Dem Himmel ein Stück näher

Möriken-Wildegg Die Pfarrei Wildegg feierte das 50-jährige Bestehen der Anto- niuskirche mit Erzbischof Zbignevs Stankevics aus Riga, einem Pontifikalamt und der Krönungsmesse von Mozart.

<em>Aufmerksame Zuhörer:</em> Erzbischof Zbignevs Stankevics bei der Predigt. Foto: AG
<em>Aufmerksame Zuhörer:</em> Erzbischof Zbignevs Stankevics bei der Predigt. Foto: AG

Kirchenpflegepräsidentin Anita Berger sprach am Ende des Pontifikalamtes den Anwesenden aus dem Herzen. «Wir sind dem Himmel ein Stück näher gekommen.» Der Kirchenchor Liturgia führte Mozarts Krönungsmesse auf, unterstützt vom Orchester des Pastoralraums und von Solisten unter der Leitung von Florian Zaunmayr. Ausgesprochen oder nicht ausgesprochen: Manch eine Träne war im Spiel. Vier ehemalige Schweizergardisten in ihrer Uniform wurden weit mehr als nur als Farbtupfer wahrgenommen. Erzbischof Zbignevs Stankevics und Pastoralraumpfarrer Roland Häfliger wussten 17 Ministrantinnen und Ministranten um sich. Blumengestecke in den Kirchenfarben Weiss und Gelb schmückten den Raum, der just beim Schlusslied «Ein Haus voll Glorie schauet» mit direkten Sonnenstrahlen noch mehr erhellt wurde.

Vom Atheisten zum Erzbischof

Den Einstieg in die Festpredigt hätte der Erzbischof aus Riga, der Hauptstadt von Lettland, nicht sympathischer wählen können. Er verriet der vollen Kirche, dass er auf den Vornamen Anton getauft wurde und mit 12 Jahren den Glauben verlor. Obwohl sich der Atheist zum Ingenieur ausbildete, betete er ein Jahr lang um seine Berufung. Die Bitte wurde ihm auf mystische Weise erhört. Er fand wieder den Weg zu Gott und begann das Studium der Theologie. Der Erzbischof erinnerte an das Evangelium und bat die Festgemeinde, sich im Weinberg Gottes einzusetzen.

Vor 54 Jahren Ärmel hochge- krempelt

Das Ende der 15-jährigen Notkirche wurde im Dezember 1965 eingeläutet, indem die Kirchenpflege eine Baukommission wählte. Bereits am 12. April 1966 wurde Architekt Justus Dahinden, Zürich, der Auftrag für ein Vorprojekt erteilt. Im Herbst 1966 genehmigt die Baukommission das Vorprojekt mit geschätzten Kosten von 1,4 Millionen Franken.

Als Meilenstein gilt der 7. November 1966: Die Kirchgemeindeversammlung beschliesst, den Auftrag für das Bauprojekt mit detailliertem Kostenvoranschlag an Architekt Dahinden zu erteilen. Kein Jahr später bewilligt die Kirchgemeinde das Bauprojekt mit Kosten von 1,65 Millionen Franken. In speditiver Folge wurde zur Grundsteinlegung und zur Glockenweihe durch Bischof Franciscus von Streng eingeladen. Am 1. November 1969 weihte Bischof Anton Hänggi die neue Kirche ein.

Weitere Artikel zu «Region», die sie interessieren könnten

Das Geschäftsleitungsteam mit Michelle Randazzo, Steven Weill und Barbara Schelker (von links).Foto: Peter Winkelmann
Region12.08.2026

«ZämeZyt» fast wie zuhause

Rupperswil Seit Anfang August gibt es im Alters- und Pflegeheim Länzerthus ein neues interessantes Tagesbetreuungsangebot. «Mehr Lebensfreude, mehr…
Freuen sich auf die «Zuckerpuppe»: Die Mitglieder der Theatergruppe Schafisheim.Foto: zvg
Region12.08.2026

Wenn die «Zuckerpuppe» für Verwirrung sorgt

Schafisheim Die Theatergruppe Schafisheim zeigt vom 4. bis 6. September «Die Zuckerpuppe». Acht Darstellende sorgen für turbulente Verwicklungen rund um einen…
Auch die Kleinen hatten ihren Spass auf dem Korbkarusssell.Foto: Peter Winkelmann
Region05.08.2026

Die Schweiz als Heimat haben und hier leben dürfen

Rupperswil Die Bundesfeier fand zum ersten Mal in der Reithalle des Auhofs ausserhalb des Dorfes statt. Organisiert wurde sie ebenfalls zum ersten Mal von der…