Blumen, herausgeputzte Brunnen und Plätze
Schafisheim Frei von Durchgangsverkehr, Begegnungszonen und viel Blumenschmuck, eine gestärkte Schule und mit den Finanzen auf Kurs – geht es nach dem Gemeinderat, entwickelt sich das Dorf in den nächsten zwanzig Jahren positiv.

Mit der neuen Legislaturperiode kamen drei neue Gemeinderäte ins Boot. Zeit also, sich darüber auszutauschen, wo Schafisheim in den nächsten zwanzig Jahren stehen soll und wie man das aktuell anstossen kann. Der Gemeinderat hat sich dazu, unter Anleitung einer Fachperson, in der «Vision 2038» Gedanken gemacht und diese vergangene Woche der Presse vorgestellt. Das Resultat: In Schafisheim sollen die bestehenden Werte erhalten bleiben, das Dorf in vielerlei Hinsicht aber verbessert werden. Einerseits soll das Dorf schöner werden. «Wir wollen ein attraktives Dorfbild mit vielen Blumen, herausgeputzten Brunnen und Begegnungsplätzen», erklärt Gemeindeammann Roland Huggler. Letztere fehlen derzeit im Dorf. Ein Manko, das der Gemeinderat beheben möchte. Konkret in Planung ist ein Begegnungsort mit Spielplatz zwischen Gemeindehaus und Dorfzentrum.
Neue Pläne für Alterswohnungen
Geht es nach dem Gemeinderat, soll das Dorf in den nächsten zwanzig Jahren nur minim wachsen, dabei sei auch langfristig Platz für mehr Industrie oder Gewerbe auf dem derzeitigen Kiesabbaugebiet östlich der Coop Verteilzentrale. Alles, was noch mehr Verkehr generiert, ist jedoch unerwünscht. «Ein Einkaufscenter wird es in Schafisheim keines geben», so Huggler.
Zur Raumplanung gehört in der Vision 2038 auch die Entwicklung des Gebiets Stapfe, wo Alterswohnungen entstehen sollen. Auch dieses Projekt soll sich ins Dorfbild einfügen. Das ursprünglich geplante Projekt mit einem massigen Blockbau wurde auf Anraten eines externen Beraters deshalb Anfang Jahr in Absprache mit dem Planer von der Firma Gebrüder Faes AG überarbeitet. «Das Projekt eignete sich in dieser Form nicht für diese sensible Lage», erklärt Huggler. Kirche und Schlössli wären aus Seoner-Seite her ganz hinter der massigen Kubatur verschwunden.
Mit den neuen Plänen wagt sich der Gemeinderat nun direkt an die Öffentlichkeit. Die einzelnen grossen Baukörper wurden in drei Einzelkörper aufgeteilt, die Stelzen fallen weg und der Bau wird ein halbes Geschoss ins Erdreich versetzt. «Jetzt passen die Alterswohnungen ins Dorf», ist Huggler überzeugt. Am 20. September, 19.30 Uhr, werden die Pläne für das Gebiet «Stapfe» im Lindensaal der Bevölkerung vorgestellt.
Steuererhöhung ist unumgänglich
Neben Verbesserungen im Dorf müssen sich die Schofiser aber auch auf eine Steuererhöhung in naher Zukunft einstellen. Derzeit beträgt der Steuerfuss in Schafisheim 99 Prozent. «Die Investitionen in der Vergangenheit machen eine Steuererhöhung absehbar», sagt Huggler. Trotzdem sei man mit den Finanzen auf Kurs. Die Ausgaben für die Grossprojekte Schulhauserweiterung und Neubau für 5,8 Mio. Franken und Strassenbau (Seetal- und Aarauerstrasse) für insgesamt 7,6 Mio. Franken fallen jedoch ins Gewicht. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird laut Leiterin Finanzen, Gabriela Bremgartner, deshalb in Schafisheim in den nächsten Jahren ansteigen, von 1140 Franken (Stand Dezember 2017) auf 3000 Franken.
Ziel sei es, diese wieder auf 2000 Franken Nettoschuld pro Kopf zu senken. Trotzdem will man nötige Investitionen für die Werterhaltung nicht herausschieben. «Wir möchten den Nachkommen keinen Scherbenhaufen hinterlassen», begründet Huggler.
Auch zum Verkehr hat sich der Gemeinderat Gedanken gemacht. Besonders eine Umfahrung des Dorfs, um es vom Durchgangsverkehr zu entlasten, liegt dem Gemeinderat sehr am Herzen. «Wir wünschen uns einen untertunnelten Autobahnzubringer, der das Naherholungsgebiet nicht tangiert», sagt Huggler. Utopie oder realistisch? Die Zukunft wird es zeigen.
Zum Thema Langsamverkehr plant der Gemeinderat für die Zukunft eine Veloverbindung von Schafisheim zum Bahnhof Lenzburg. Das Projekt steckt bereits in den Kinderschuhen. Einen erneuten Versuch für generell Tempo 30 wolle man nicht forcieren, wohl aber Massnahmen zur Verkehrsberuhigung im Dorf. Ausserdem soll ein Parkreglement dem Wildparkieren auf Gemeindegebiet einen Riegel schieben.
Mutiges Kleinklassen-Pilotprojekt
Ein grosses Augenmerk erhält die Schule im Dorf, sie soll gestärkt werden, unter anderem mit einem ganz besonderen Pilotprojekt. Mit mutigen Alleingängen hat Schafisheim schon in der Vergangenheit positive Erfahrungen gemacht. Ein Beispiel sind die Sozialen Dienste, die vergangenen Herbst wieder in die Gemeinde integriert wurden. Auch im schulischen Bereich möchte der Gemeinderat nun einen Schritt zurück wagen. Er denkt über eine Wiedereinführung von Kleinklassen nach. «Mit der Aufhebung der Kleinklassen haben wir negative Erfahrungen gemacht», erklärt Huggler. Aus diesem Grund soll das integrative Schulsystem ISS überprüft werden.
Last, aber not least möchte der Gemeinderat die Kommunikation zwischen Behörden, Verwaltung und Bevölkerung verbessern. Angedacht sind regelmässige Austausche zwischen Gemeinderat und der Dorfbevölkerung. «Nur so erhalten wir Feedback, was im Dorf bewegt.»



