Bildung – Zeit für Neues?

Regen zum Nachdenken über neue Bildungsstrukturen an: Jan Lässig und Andrea Zemp beim Erstellen eines Podcasts. Foto: zvg
Regen zum Nachdenken über neue Bildungsstrukturen an: Jan Lässig und Andrea Zemp beim Erstellen eines Podcasts. Foto: zvg

Staufen: Die Coronakrise wirbelt das Leben ziemlich durcheinander. Auch das Schulwesen. Kreative Lösungen sind gefragt. Zwei Staufner laden zum Dialog über eine Neugestaltung der Unterrichtsformen ein. 

Eine Krise kann auch eine Chance sein. Und so stellen sich denn die Staufner Andrea Zemp, Lerncoach und Erwachsenenbildnerin, und Jan Lässig, Kunst-/Kulturvermittler und Coach, Fragen wie: «Wo sind die Menschen, die diese Krise in der Schweiz als Chance entdecken und Bildung weiterdenken? Geht es wirklich nur darum, den analogen Schulunterricht in den virtuellen Raum zu zügeln? Geht es nicht viel mehr darum, das Momentum zu nutzen, die Lerninhalte des Lehrplans 21 und die althergebrachten Unterrichtsformen neu zu gestalten?»

Podcasts mit Lerninspirationen

Mit «museion» – einer eigens für neue Lernformen ins Leben gerufenen Website – tun die beiden genau das. Sie bieten seit vier Wochen einen Podcast mit Lerninspirationen an. Es sind Ideen, bei denen es darum geht, Lernen neu zu entdecken, anders anzugehen, sinnvoller, spielerischer, forschend und entdeckend. Es sind Ideen, die dazu anregen, ins eigene Tun zu kommen. Ideen, die sich nicht in der Digitalisierung erschöpfen, sondern ganzheitliche Beschäftigung ermöglichen. 

Unter anderem mit einem Gartenprojekt. Ziel dieses Projekts ist, den eigenen oder einen Stadtgarten mit allen Sinnen zu erfassen und sich dann eines der möglichen Themen anzunehmen. Das kann eine Geschichte über eine Schnecke sein, die aus ihrem Leben erzählt, die Planung eines persönlichen Gartens oder eine Recherche über die Artenvielfalt, die dort anzutreffen ist. Solche Projekte sind fächerübergreifend, lassen Platz für individuelles Erarbeiten und Lernen. Vom anschliessenden gemeinsamen Austauschen profitieren dann alle.

«Ein grosser Vorteil dieser Unterrichtsform liegt darin, dass die Kinder sich länger mit ein und demselben Stoff beschäftigen und nicht nur die obligaten 45 Minuten. Das fördert die Begeisterung, autonomes Tun und das Erarbeitete bleibt länger im Gedächtnis», betonen Lässig und Zemp. Die Rückmeldungen, die die beiden auf ihre Onlinebeiträge erhalten, fallen denn auch durchwegs positiv aus.

Bildungswesen bereit für Wandel?

Am Sonntagmorgen senden sie zusätzlich eine «Sternstunde Bildung», in der diese Themen vertieft diskutiert werden, bald auch mit Gästen. Unter anderem wurden «Bildung und Digitalisierung» oder «Hochsensibilität» thematisiert. «Wir beide wollen nicht im Zentrum stehen, sondern Eltern, Lehrer und alle Interessierten mit konkreten Umsetzungen inspirieren», sagen Zemp und Lässig. Viele Menschen seien sich einig, dass sich im Bildungswesen etwas ändern müsse. Nun biete man die Gelegenheit, sich aktiv für einen Wandel einzusetzen. Infos unter museion.schule.

Weitere Artikel zu «Region», die sie interessieren könnten

Roman Frey aus Möriken-Wildegg mit seinem kürzlich erschienenen Buch «Was der Stein nicht sagt».Foto: Verena Schmidtke
Region30.09.2026

Wie aus einem verschwundenenGrabstein ein Buch entstand

Möriken-Wildegg Der Möriker Roman Frey beginnt aus persönlichen Gründen, die Geschichte seiner Familie zu recherchieren. Den Plan, diese Erfahrung in Buchform…
Ajet Asani und seine Frau Valbona bringen mexikanisches Flair in den Niederlenzer «Frohsinn».Foto: Romi Schmid
Region30.09.2026

Fiesta im Frohsinn: Jetzt sind Tacos drin

Niederlenz Seit Anfang August wird im Restaurant Frohsinn in Niederlenz neu gekocht: Ajet Asani hat den traditionsreichen Betrieb übernommen und setzt vor…
Rupperswil konkretisiert seine «Vision 2035+»
Region30.09.2026

Rupperswil konkretisiert seine «Vision 2035+»

Rupperswil Rupperswil hat mit der «Vision 2035+» die langfristige Entwicklung der Gemeinde skizziert. Nun zeigt sich, welche Vorhaben zuerst konkret werden…