Bauboom machts möglich

Staufen Die Kirche auf dem Berg ist heute nicht mehr zwingend das Wahrzeichen von Staufen, schon eher das neue Quartier Esterli-Flöösch.

<em>Steuerparadies Staufen: </em>Das neue Quartier Esterli-Flöösch mit rund 1000 neuen Einwohnern und die intensive Sparpolitik der letzten zehn Jahre machens möglich. Foto: Peter Winkelmann
<em>Steuerparadies Staufen: </em>Das neue Quartier Esterli-Flöösch mit rund 1000 neuen Einwohnern und die intensive Sparpolitik der letzten zehn Jahre machens möglich. Foto: Peter Winkelmann

Und wenn an der Einwohnergemeindeversammlung vom 14. November die Stimmbürger von Staufen der geplanten Steuerfusssenkung von aktuell 86 Prozent auf 76 Prozent zustimmen, dann wird das Dorf am Fusse des Staufberges auch als Steuerparadies gehandelt.

Praktisch schuldenfrei

Am Politapéro vom letzten Sonntag, 21. Oktober, wollten rund 80 Staufnerinnen und Staufner vorgängig zur Einwohnergemeindeversammlung Fakten und Zahlen aus erster Hand erfahren. Gemeinderat Urs Welti informierte ausführlich, warum Staufen es sich leisten kann, den Steuerfuss gleich um 10 Prozent zu senken.

«In den letzten Jahren haben wir umsichtig geplant und investiert», erklärte Urs Welti, «und das zahlt sich jetzt aus, wir sind praktisch schuldenfrei.» Und trotz der Steuersenkung sind die Investitionen für das Jahr 2019 rund eine halbe Million Franken höher als im Budget 2018.

Die Feuerwehr braucht ein neues Fahrzeug, der Spielplatz beim Schulhaus wird saniert, ebenso die WC-Anlagen im Primarschulhaus. Zudem ist die Einrichtung einer vierten Kindergartenabteilung vorgesehen. Ein Finanzplan über zehn Jahre zeigt auf, dass die Nettoschuld der Gemeinde im Jahre 2027 in etwa gleich bleiben wird wie im Jahre 2016.

Gesprächsstoff: Ein Handlauf

Aus der Zuhörerschaft gab es bezüglich der massiven Steuersenkung keine starken Gegenvoten. Hauptsächliche Argumente bezogen sich auf die Sparpolitik. So besteht die Befürchtung, dass nun allzu stark im Kleinen gespart wird, um Staufen als Steuerparadies zu erhalten.

Als repräsentatives Beispiel musste ein hölzerner Handlauf am Rebenweg herhalten. Denn dieser Handlauf war am Politapéro praktisch Dauerthema. Die Standfestigkeit, die Holzqualität wie auch die Sicherheit wurden von diversen Votanten kritisiert. Weitere Themen wie bessere Öffnungszeiten beim Entsorgungspark, mehr Altpapiersammlungen oder noch attraktivere Buslinien wurden angesprochen, aber an der Höhe des neuen Steuerfusses wurde kaum gerüttelt. So ist denn Gemeindeammann Otto Moser sicher, dass der neue Steuerfuss an der Einwohnergemeindeversammlung auch angenommen wird.

Neue Reglemente in Aussicht

Gemeinderätin Katja Früh erläuterte zwei weitere wichtige Traktanden: Das neue Reglement Kinderbetreuungsgesetz und die Anpassungen beim Musikschulreglement. Das aktuell geltende Reglement stammt aus dem Jahre 2006. Seither ist die Musikschule aber vielen Veränderungen unterworfen. Zudem hat Staufen wieder eine eigene Schulpflege, darum soll die Musikschule vom Gemeinderat losgelöst und auf die Schulpflege übertragen werden.

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