Auspuff, Geldkassette und Pistole herausgefischt

Seit über 20 Jahren wird in der Region die Aareufer-Putzete durchgeführt. Organisator sind die vereinigten Fischervereine Aarau-Brugg. Koordinator für die Putzete am Samstag war Marius Müller – eine Premiere für den 22-Jährigen.

Aareputzete in Wildegg: Taucher und Boote kamen bei der Putzaktion am Samstag zum Einsatz. Fotos: Carolin Frei

Aareputzete in Wildegg: Taucher und Boote kamen bei der Putzaktion am Samstag zum Einsatz. Fotos: Carolin Frei

Auch zu Fuss: Fürs Fötzelen unterwegs.

Auch zu Fuss: Fürs Fötzelen unterwegs.

Hierher bitte», ruft eine Taucherin dem Fischerboot zu, das am Samstagmorgen für die Aareputzete bei Wildegg im Einsatz steht. Gefunden hat sie einen Auspuff und ein Trottinett. Beides wird ins Boot verfrachtet, an Land gefahren und auf der Höhe der ARA Wildegg deponiert. Am Abfall-Sammelplatz liegen bereits ein Velo, eine stattliche Lampe mit Ständer, diverse Golfbälle und eine Geldkassette. Zutage gefördert von vier Tauchern des Tauchclubs Reusstal. Es dauert nicht lange, und die Taucher finden ein weiteres Fahrrad, beim Brückenpfeiler. Das Boot kehrt zum «Landesteg» zurück, die beiden Bootsführer laden das zweite Fahrrad, Eisenrohre, ein Vogelhäuschen und einen Sonnenschirm ab. Auch ein Abfallsack mit Bierdosen und PET-Flaschen kommt dazu. Später wird eine Pistole zutage gefördert, die sich zum Glück als Spielzeug entpuppt.

Eine der Taucherinnen, die schon öfter bei der Putzete dabei waren, ist Brigitte Oberbühler. Sie musste nach zwei Tauchgängen passen, weil ihr im wahrsten Sinn des Wortes die Luft/Sauerstoff ausging. «Im Wasser liegen weitere Velos, doch es war unmöglich, sie allein hinaufzuwuchten», sagt Oberbühler. Obwohl man zu zweit unterwegs sei, «verliere» man sich schnell, je nach Strömung.

Fleissig waren zudem die Helfer, die zu Fuss die Strecke von Wildegg aus von Unrat befreiten. «Heuer gab es nicht so viel aufzusammeln wie auch schon», sagt Margrit Soltermann vom Fischerverein Buchs. Zusammen mit ihren Vereinskolleginnen und -kollegen vom Fischerclub Mühlibach Wildegg nahm sie sich der Aareufer an. Früher habe man säckeweise Sagex gefunden. Heute sei dies nicht mehr der Fall, dafür würden viele leere Bierdosen eingesammelt. «Zudem haben wir Zigarettenstummel und Plastikfötzeli zuhauf gefunden», ergänzt Kollege Markus Aregger.

1440 Kilo Abfall

Und Soltermann fügt an: «Auch wenn ich sonst an der Aare spaziere, nehme ich mit, was immer die Menschen liegen lassen.« Unter anderem war schon mal eine Flaschenpost dabei mit der Botschaft, der Umwelt Sorge zu tragen. Der Umwelt Sorge zu tragen ist denn auch das Ziel der Aareputzete, die im Herbst von den vereinigten Fischereivereinen Aarau-Brugg durchgeführt wird. Erstmals organisiert vom 22-jährigen Aarauer Marius Müller. «Ich bin im Alter von 11 Jahren der Jungfischergruppe der Fischerzunft Aarau beigetreten, mit 16 dann der Fischerzunft», sagt er. Mit 20 wurde er in den Vorstand gewählt und nun sogar mit der Organisation des Anlasses betraut. Im Vorfeld musste er die Behörden und die Kraftwerke über die bevorstehende Putzete informieren.

«Jeder der sieben Vereine schaut jedoch selber, was er fürs Abfalleinsammeln braucht,» erklärt er. Der gesammelte Abfall werde an dafür vorgesehenen Standorten deponiert. Von dort komme er dann in die Verbrennung bzw. Entsorgung nach Buchs. «Heute haben wir auf der gesamten Strecke zwischen Aarau und Brugg 1440 Kilo Unrat gesammelt. Bei der Putzete waren 272 Helfer der Fischervereine und 28 Freiwillige mit von der Partie», zieht Müller Bilanz.

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