Auf den Teller statt in die Tonne

Schafisheim Das Projekt «Aufgetischt statt weggeworfen» kämpft gegen Foodwaste und Armut. Im Januar ist in Schafisheim die vierte Abgabestelle in der Region eröffnet worden.

Engagiert: Die freiwilligen Helfer der neuen «Aufgetischt statt weggeworfen»-Regionalgruppe Schafisheim. Foto: Romi Schmid
Engagiert: Die freiwilligen Helfer der neuen «Aufgetischt statt weggeworfen»-Regionalgruppe Schafisheim. Foto: Romi Schmid

2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel landen allein in der Schweiz jährlich in der Tonne. Gleichzeitig leben mehr als acht Prozent der Bevölkerung am oder unter dem Existenzminimum. Hier kommt der Verein «Aufgetischt statt weggeworfen» ins Spiel.

Seit 2015 schlägt der gemeinnützige Verein eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel: «Aufgetischt statt weggeworfen» rettet Esswaren vor der Vernichtung und verteilt sie über ein Netz von 16 Abgabestellen an Menschen, die in einem finanziellen Engpass leben. Zusätzlich zu Grossverteilern wie Migros und Coop spenden auch regionale Produzenten. Freiwillige portionieren die Lebensmittel und sorgen für eine gerechte Verteilung. Diese bezahlen pro «Einkauf» symbolische zwei Franken und weisen sich mit einer Bezugskarte der Gemeinde aus.

Seit Januar gibt es in Schafisheim eine neue Abgabestelle – es ist die vierte in der Region Lenzburg und die sechste im Kanton. Aufgebaut hat sie Regionalleiterin Sandra Vombach, unterstützt von einem zwölfköpfigen Freiwilligen-Team. Jeden zweiten Dienstag tischen sie am Kapellenweg Lebensmittel für armutsbetroffene Menschen auf. «Wir sind ein gut eingespieltes Team und immer mit vollem Herzen dabei», so Vombach.

Vombach ist Gründungsmitglied des Vereins und hat schon die Abgabestelle in Lenzburg 2016 mitaufgebaut, für die zurzeit dringend freiwillige Helfer gesucht werden.

«Die Situation für Armutsbetroffene ist ernst und hat sich mit dem Ukraine-Konflikt noch verschärft. Es ist klar, dass es künftig mehr solche Abgabestellen braucht.» Die Nachfrage gibt ihr recht: Obwohl sie erst zwei Monate lang offen ist, wurden in Schafisheim bereits 27 Bezugskarten ausgestellt. Diese braucht es, um das Angebot zu nutzen: Sie werden von der Gemeinde nach Prüfung der finanziellen Verhältnisse ausgestellt. Zum Bezug berechtigt sind Sozialhilfeempfänger, Flüchtlinge und Bezüger von Ergänzungsleistungen.

Äpfel, Fleisch und Nüsse

Zu haben ist vieles, was das Herz begehrt. Früchte wie Äpfel, Bananen und Mangos, Gemüse wie Rüebli, Kartoffeln oder Kohl. Dazu kommen Käse, Nüsse, Fleisch, Milchprodukte und Backwaren.

Rund 100 Kilo Lebensmittel retten die Helfer der neuen Regionalgruppe Schafisheim jeden zweiten Dienstag vor der Entsorgung. «Die Ware können wir jeweils nach Ladenschluss bei der Migros und regionalen Produzenten wie der Traitafina oder Biopartner Seon kostenlos abholen. Alles ist noch einwandfrei geniessbar, steht aber kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums», erklärt Vombach. Das Angebot wird ausschliesslich durch die Beiträge der Produktspender bestimmt. Was im Einkaufskorb landet, lässt sich also nie genau voraussagen.

Mehr im Internet: www.aufgetischt-statt-weggeworfen.ch.

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