Alles unter einem Dach: Der neue Standort der SDRL nimmt Gestalt an

Region An der Industriestrasse 36 in Lenzburg hat der Umbau für den neuen Standort der Sozialen Dienstleistungen Region Lenzburg begonnen. Im ehemaligen Bauknecht-Gebäude sollen künftig alle Fachbereiche des Gemeindeverbands unter einem Dach arbeiten. Der Umzug ist per 1. September geplant. Das Projekt kostet rund eine Million Franken.

Noch ist der neue SDRL-Standort eine Baustelle: Generalunternehmer Thomas Gerlacher, SDRL-Geschäftsleiterin Franziska Haltinner und Fabian Wildi, Gemeinderat Rupperswil und Vorstandsmitglied SDRL (von links).Foto: Romi Schmid
Noch ist der neue SDRL-Standort eine Baustelle: Generalunternehmer Thomas Gerlacher, SDRL-Geschäftsleiterin Franziska Haltinner und Fabian Wildi, Gemeinderat Rupperswil und Vorstandsmitglied SDRL (von links).Foto: Romi Schmid

Noch sind es ehemalige Büroräumlichkeiten, die einige Jahre leer standen. Doch an der Industriestrasse 36 in Lenzburg wird derzeit umgebaut. Im ehemaligen Bauknecht-Gebäude entsteht der neue Standort der Sozialen Dienstleistungen Region Lenzburg, kurz SDRL. Künftig soll dort der gesamte Betrieb an einem gemeinsamen Ort zusammengeführt werden.

Die Räume würden so umgestaltet, «dass wir den Betrieb des SDRL professionell und effizient weiterführen können», sagt Fabian Wildi, Gemeinderat von Rupperswil, Vorstandsmitglied der SDRL und Projektleiter des Vorhabens «Alles unter einem Dach». Der Umzug ist per 1. September geplant. Für den Gemeindeverband ist der neue Standort ein Projekt, das seit mehreren Jahren Thema ist – und inzwischen notwendig geworden ist. Heute ist der SDRL auf zwei Standorte in der Stadt Lenzburg verteilt. Einen davon muss der Verband aufgrund von Bautätigkeiten zeitnah verlassen. Am zweiten Standort ist der Dienst in Wohnungen eingemietet, was laut Wildi keine effiziente Arbeitsweise zulässt. Hinzu kommt: Der SDRL ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Insbesondere am heutigen Standort der Jugend- und Familienberatung seien die Platzverhältnisse mittlerweile kritisch. Auch Anforderungen an Vertraulichkeit, Sicherheit, klare Abläufe und geeignete Beratungsräume lassen sich am neuen Standort besser erfüllen.

Aus zwei mach eins

Die Zusammenlegung der beiden Standorte soll nicht nur ein Platzproblem lösen, sondern auch Abläufe vereinfachen. «Beispielsweise können die beiden Sekretariate zusammengelegt werden», sagt Wildi. Auch Führungspersonen und Stabstellen müssten künftig für Sitzungen nicht mehr zwischen den Standorten pendeln.

Am neuen Standort im ehemaligen Bauknecht-Gebäude in Lenzburg sollen alle Fachbereiche des SDRL zusammenarbeiten. Dazu gehören die Jugend- und Familienberatung mit Beratungen für Jugendliche, Eltern und Familien, Beistandschaften für Kinder, die Mütter- und Väterberatung (MVB)für Eltern mit Kindern bis fünf Jahre sowie Abklärungen von Gefährdungsmeldungen und Aufsichten von Kitas, Pflegefamilien und Tagesplätzen für die Gemeinden. Im Bereich Beratung Erwachsene bietet der SDRL unter anderem Beratung, Beistandschaften, Einkommens- und Vermögensverwaltungen sowie Abklärungen von Gefährdungsmeldungen an.

Geprüft wurden für den neuen Standort mehrere Möglichkeiten. Laut Wildi standen Standorte in Niederlenz, Staufen, Schafisheim und Rupperswil zur Diskussion. Entschieden habe man sich schliesslich für das Areal in Lenzburg aufgrund der Lage und des Projekts. Eine wichtige Rolle spielte die Erreichbarkeit. «Die Erreichbarkeit mit dem ÖV ist für unsere Klientel sehr wichtig», sagt Wildi. Zudem brauche es eine gewisse Diskretion. Beides sei am neuen Standort gegeben. Weil Mitarbeitende des SDRL auch viele Auswärtstermine wahrnehmen, seien zudem genügend Parkplätze wichtig. Zu den Kriterien gehörten auch die Nähe zum Familiengericht Lenzburg, zu anderen Fachstellen, zu Bahn, Bus und Mobility sowie die schnelle Erreichbarkeit durch die Polizei im Bedrohungsfall.

Diskret und sicher

Im Gebäude entsteht kein Neubau, sondern ein Umbau bestehender Büroräumlichkeiten. Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass es öffentliche, halböffentliche und interne Bereiche gibt. Klientinnen und Klienten wenden sich zuerst an den Empfang. Wer einen Termin hat, wird in den Wartebereich mit den Sitzungszimmern geführt. Die Büros der Mitarbeitenden befinden sich – mit Ausnahme des Sekretariats – in den oberen Etagen und sind für Klientinnen und Klienten nicht zugänglich.

Im Bürobereich entstehen Arbeitsplätze für Beratungs- und Beistandspersonen, Administration und Stabstellen wie Finanzen, HR, IT, Rechtsdienst sowie Qualitäts- und Wissensmanagement. Vorgesehen sind Einzelbüros für Leitungspersonen, Zweierbüros für Beratungspersonen und Grossraumbüros für das Team der MVB und die drei Teams aus dem Fachbereich Finanzen und Administration.

Im halböffentlichen Bereich befinden sich der Wartebereich und verschiedene Sitzungszimmer. In der vierten Etage ist ein Pausenraum vorgesehen. Ein besonderes Augenmerk gilt Vertraulichkeit, Sicherheit und Flexibilität. Gespräche sollen ungestört stattfinden können. Die Besprechungszimmer sollen hell und freundlich eingerichtet werden, damit Personen, die unter Druck stehen, sich nicht zusätzlich eingeengt fühlen. Gleichzeitig sollen die Räume so organisiert werden, dass die Sicherheit der Mitarbeitenden auch bei schwierigen Gesprächen gewährleistet ist. Die Besprechungsräume sollen sowohl für Einzel- als auch für Gruppengespräche genutzt werden können. Das grosse Sitzungszimmer ist auch für Schulungen oder Personalinformationen vorgesehen. Für Gespräche mit Kindern sowie für die Mütter- und Väterberatung wird ein spezielles Besprechungszimmer mit kinderfreundlicher Umgebung eingerichtet.

Der Umbau kostet rund eine Million Franken. Der SDRL hat dafür ein Darlehen vom Kanton Aargau erhalten, das innerhalb von acht Jahren zurückbezahlt werden soll. Die Kosten werden über das jährliche Budget abgerechnet. Der neue Standort entsteht in einer Zeit, in der der SDRL auch politisch immer wieder Thema ist. In einzelnen Gemeinden wurde zuletzt über die Verbundlösung diskutiert. Deshalb wurden gezielt Informationsveranstaltungen durchgeführt, um die Gemeinderäte über den Dienst zu informieren und den Austausch zu ermöglichen. «Ich bin überzeugt, dass unsere Transparenz dazu dient, mehr Klarheit und Orientierung zu schaffen», so Wildi.

Der SDRL habe sich in den vergangenen drei Jahren neu ausgerichtet und sei heute ein moderner Beratungsdienst, «der effizient und professionell aufgestellt ist», sagt Wildi. Steigenden Kosten begegne der Verband mit aktiver Fallbearbeitung, laufender Prozessoptimierung und neuen Digitalisierungsmöglichkeiten. Ab Mai darf der SDRL zudem bei einem KI-Pilotprojekt mitwirken, das die Mitarbeitenden künftig beim Schreiben von Berichten unterstützen soll. Mit allen Mitarbeitenden unter einem Dach sollen Abläufe weiter optimiert werden. Wildi erwartet kürzere Dienstwege sowie direktere Kommunikation und besseren Austausch. Gleichzeitig soll der neue Standort auch dazu beitragen, dass der SDRL ein attraktiver Arbeitgeber bleibt. Die grösste Herausforderung sei die Standortsuche gewesen. «Der SDRL war bereits seit mehreren Jahren auf der Suche nach einem Standort für den ganzen Betrieb», sagt Wildi. Es sei sehr anspruchsvoll gewesen, einen finanzierbaren Standort an geeigneter Lage zu finden. «Wir freuen uns, dass das nun gelungen ist.»

Der neue Standort ist für den SDRL damit mehr als ein Umzug. Er ist ein weiterer Schritt hin zu einem Dienst, der für die Verbandsgemeinden verlässlich, effizient und professionell arbeiten soll – und für die Mitarbeitenden zeitgemässe Rahmenbedingungen bietet. Wildi ist zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass die erwarteten positiven Auswirkungen bereits nach dem ersten Jahr Früchte tragen und zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Mit dem Umbau an der Industriestrasse 36 wird nun sichtbar, worauf der SDRL seit mehreren Jahren hinarbeitet: einen gemeinsamen Standort, kurze Wege und Räume, die den Anforderungen eines modernen Beratungsdienstes entsprechen.

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