Alles in Klein – auch für die Grossen

Staufen: Dank vielen freiwilligen, leidenschaftlichen «Bähnlern», drehen auf dem Areal der Gartenbahn Staufen die Mini-Zugkompositionen wieder ihre Runden. Das freut nicht nur die Kleinsten.

Erster Fahrtag der Gartenbahn Staufen: Rund 300 Besucher pilgerten am Sonntag nach Staufen. Foto: Melanie Solloso
Erster Fahrtag der Gartenbahn Staufen: Rund 300 Besucher pilgerten am Sonntag nach Staufen. Foto: Melanie Solloso

«Ist das eine schöne Dampflok!» Beat Lüthi steht am Gleisrand und lässt den Blick über die Gleisanlage der Gartenbahn Staufen schweifen. «Schau, da hinten kommt eine RE 20/20», sagt er zu seiner Frau. Die Begeisterung ist unüberhörbar. Nachdem die Zugkomposition eingefahren ist, nimmt auch er Platz. Kinder hat er keine dabei. «Muss er auch nicht», sagt der Präsident des Vereins «Gartenbahn Staufen», Werner Hermann. «An unseren Zügen haben auch die Grossen Freude», weiss der ehemalige Konstrukteur Maschinenbau, der auch zwei selbst gebaute Loks mit Wagen besitzt.

Seit vergangenem Sonntag drehen die 48 Aktiv-Mitglieder des Vereins «Gartenbahn Staufen» mit ihren 5 und 7¼ Zoll Miniloks und Wagen nach der Winterpause wieder für die Öffentlichkeit ihre Runden. Auf den ersten Fahrtag im 2018 schienen nicht nur die Vereinsmitglieder sehnlichst gewartet zu haben. Auf rund 300 Leute schätzte Vereinsinitiant und Technischer Leiter, René Kömeter, die Besucherzahl. Das prächtige Frühlingswetter verhalf dem Verein ebenfalls zum Besucheransturm. «Und auch die Mitglieder sind zahlreich gekommen,» freut sich Kömeter, der heute selbst als Lokführer auf den Schienen unterwegs ist. Denn ohne die Mitglieder geht gar nichts, sie bringen die Züge mit und bewegen diese. Rund zehn Zugkompositionen sind am Sonntag auf der gut 1,7 Kilometer langen Gleisanlage unterwegs. Dafür, dass der Zugverkehr flüssig läuft, sorgen am ersten Fahrtag Bruno Kalberer und Edgar Bächli am Stellwerk. Von einer Anhöhe aus, mit Rundumblick auf die Gleisanlage, stellen sie die Weichen und sorgen für grünes Licht auf der Strecke.

«Ein wenig wie Entschleunigung»

Besucher Beat Lüthi aus Hunzenschwil kommt nach der rund 10-minütigen Fahrt, vorbei am Gartenbahn-Biotop, dem Treppenwasserfall und durch Tunnels und über Brücken hinweg, – immer wieder mit Blick auf die Staufner Kirche –, wieder im Bahnhof «Buechrüti» an. Er ist nicht zum ersten Mal hier. «Es ist ein tolles Ausflugsziel», sagt er. «Man kann sich eine Wurst oder Glace auf einer Bank mitten in der Gleisanlage gönnen und dabei den Zügen zuschauen.»

Das gefällt auch Werner Hunziker mit seinen Kindern. Noch besser gefällt aber der Familie die Zugfahrt, sie haben bereits zum dritten Mal für eine Runde Platz genommen. «Dank dem Schritttempo ist die Fahrt trotz Bewegung ein bisschen wie Entschleunigung», findet Hunziker. Da sagt der Papa auch nicht «nein», falls denn die Kinder noch ein viertes Mal fahren möchten. Und das Tüpfelchen auf dem i: Die Fahrt ist gratis. Wer möchte, kann dem Vereinskässeli einen Batzen beisteuern.

Die Fahrdaten 2018 und weitere Infos findet man unter www.gartenbahn-staufen.ch

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