Alles andere als schnuppe

Festival der Düfte: Rund 6300 Besucher begaben sich vom 17. bis am 22. Oktober auf Schloss Wildegg auf eine sinnliche, vergnüglich Duftreise. Foto: Museum Aargau

Festival der Düfte: Rund 6300 Besucher begaben sich vom 17. bis am 22. Oktober auf Schloss Wildegg auf eine sinnliche, vergnüglich Duftreise. Foto: Museum Aargau

Rudolf Velhagen

Rudolf Velhagen

Dass der Geruchssinn unsereins scheinbar nicht schnuppe ist, zeigen die Besucherzahlen des «Duftfestivals» auf Schloss Wildegg. Rund 6300 Besucher begaben sich vom 17. bis am 22. Oktober auf ungewohnt olfaktorische Entdeckungsreise. Projektleiter und einer der Initianten des Festivals, Rudolf Velhagen, zieht Bilanz und denkt über Nachfolgeprojekte nach.

Mit dem «Duftfestival» beschritt Museum Aargau zusammen mit dem Verein Scent Neuland. Das Experiment «Duftfestival» ging am Sonntag zu Ende. Ist es gelungen?

Es ist auf jeden Fall gelungen, besonders wenn man bedenkt, dass mit dem Duft etwas im Zentrum stand, das visuell keine Anziehungskraft hat. Trotzdem fühlten sich viele vom Duftfestival angesprochen. Die Besucherzahlen sprechen für sich.

Warum, denken Sie, kam das Duftfestival so gut an?

Mit Duft haben wir Wissen vermittelt. Das ist neu. Wir haben mit dem Konzept einen Nerv der Zeit getroffen. Die Leute möchten Neues an neuen Orten ausprobieren und sind interessiert an erweiterten Vermittlungskonzepten.

Was war am meisten gefragt?

Das Interesse am Begleitprogramm wie den Führungen und den Workshops war riesig. Trotz spontan zusammengestellten Zusatzangeboten konnten wir die grosse Nachfrage nicht decken.

Warum habt ihr nicht einfach verlängert?

Die Parfumeurinnen und Aromatologen haben kleine Zeitfenster und ihre Präsenz während des Festivals war uns wichtig. Zudem wollten wir diesen Primeur bewusst kurz halten, um zu erfahren, ob die Idee beim Publikum ankommt.

Was wird Ihr nächster Streich?

Mich fasziniert die Kombination von Handwerk, Geschichte und Kunst. Ich kann mir beispielsweise eine Zusammenarbeit mit dem Patisserie-Verband vorstellen.

Und wie steht es mit einer Fortsetzung des Duftfestivals?

Zusammen mit Museum Aargau evaluieren wir die Möglichkeiten. Es ist noch nichts konkret. Ich persönlich könnte mir eine Fortsetzung gut vorstellen. Das Projekt hat aus meiner Sicht grosses Potenzial.

Wie lautet Ihre Bilanz?

Das Duftfestival hat gezeigt, Museen können durchaus mehr Mut haben, abseits gewohnter Bahnen zu experimentieren. Es lohnt sich und die Besucher sind begeistert. (Melanie Solloso)

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