Aaresteg bald frei für Fussgänger

Die Sanierung des Aarestegs zwischen Holderbank und Veltheim steht nach sechsmonatiger Bauzeit kurz vor der Vollendung. Am 14. Oktober wird der Steg der Bevölkerung übergeben.

Ab Samstag begehbar: Aaresteg zwischen Holderbank und Veltheim beim Augenschein mit der Presse.Foto: Carolin Frei
Ab Samstag begehbar: Aaresteg zwischen Holderbank und Veltheim beim Augenschein mit der Presse.Foto: Carolin Frei

Es passiert nicht alle Tage, dass eine Presseinformation mitten auf der Aare, zwischen Holderbank und Veltheim abgehalten wird. «So ungewöhnlich wie das Projekt, so ungewöhnlich auch der Ort der Information», klärte der Holderbanker Gemeindeammann Herbert Anderegg die Pressevertreter bei der Begrüssung auf. Und so bestieg denn das Grüppchen das Boot, das den Blick auf den sanierten Aaresteg von allen Seiten freigab. Bis zur offiziellen Eröffnung am Samstag, 14. Oktober, werden auch die letzten Arbeiten abgeschlossen sein.

Ein Blick zurück

Mitten auf der Aare rollte Herbert Anderegg die Geschichte rund um den Aaresteg und seine Funktion nochmals auf. Es sei falsch, von einer Wiedereröffnung zu reden, da der Steg niemals als offizieller Weg über die Aare freigegeben war, sagt Anderegg. Seitens der damaligen Besitzerin, der Cementfabrik Holderbank, war dieser lediglich als Fussweg für die Mitarbeitenden gedacht. Sein Hauptzweck war die Funktion als Förderband, um das Ausbruchmaterial aus dem Steinbruch zur Fabrik zu transportieren. 1978 wurde die Produktion der Cementfabrik Holderbank und die Ausbeutung im Steinbruch Schümel und Oberegg stillgelegt. Dadurch hatte auch das Förderband ausgedient. Bis 2008 wurde der Steg von Joggern und Wanderern immer wieder zur Überquerung der Aare genutzt. Dies wurde von der Besitzerin stillschweigend hingenommen. Doch der Zahn der Zeit nagte am Steg, liess die Bodenplatten morsch und brüchig werden. Deshalb ordnete die Fixit AG als Eigentümerin der Förderbandanlage die Schliessung an – aus Sicherheits- und Haftungsgründen.

Seit 2009 habe die Schliessung des Stegs immer wieder zu Diskussionen geführt und sei praktisch an jeder Gemeindeversammlung ein Thema gewesen, erinnert sich Anderegg. Nach diversen Abklärungen, etwa mit dem Lebensraum Lenzburg Seetal, dem Kanton, dem Verein Wanderwege sowie der Fixit AG, fasste man eine Sanierung ins Auge. 2016 erklärt sich die Fixit AG bereit, den 140 Meter langen Aaresteg an die beiden Gemeinden Holderbank und Veltheim zu übertragen. Es fehlte nur noch die Finanzierung der Sanierung. Am 24. Oktober 2016 startete das Crowdfunding-Projekt, bei dem schweizweit erstmals die Finanzierung eines Infrastrukturprojektes der öffentlichen Hand via Schwarmfinanzierung umgesetzt wurde. Generiert wurden 41000 Franken, doppelt so viel wie erhofft.

Sanierung wird teurer

Im März 2017 wurde dann der Vertrag zwischen der Fixit AG und den beiden Gemeinden unterzeichnet. «Im April erfolgte bereits die Ausschreibung der Arbeiten, Ende Juli konnte mit der Sanierung begonnen werden», sagt der Holderbanker Vizeammann und Projektleiter Urs Pfründer. Erst wurden die Bodenplatten ersetzt, dann der Korrosionsschutz angebracht, 13 Träger verstärkt und schlussendlich die engdrahtigen Absperrgitter platziert. Das Treppengeländer auf der Holderbanker Seite wurde in der Höhe angepasst, die Rampe auf der Veltheimer Seite mit Querleisten fussgängerfreundlich gestaltet. Alles BfU-konform, was das Projekt extrem verteuerte. Anstelle der budgetierten 90000 Franken belaufen sich die Kosten nun auf rund 140000 Franken. Er sei froh, dass die Gemeinde Holderbank den «Lead» bei der Sanierung des Aarestegs übernommen habe, sagte der Veltheimer Gemeindemann Ueli Salm an der Presseinformation. Der Aaresteg sei auch für seine Gemeinde eine tolle Sache.

Am Samstag, 14. Oktober, wird der Steg um 11 Uhr auf der Holderbanker Seite offiziell eröffnet – mit Ansprachen, Banddurchtrennung, musikalischer Umrahmung und einem Apéro.

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