50 Jahre reformierte Kirche Brunegg
Die reformierte Kirche Brun-egg wird 50 Jahre alt. Friedhof und Kirche sind stark dem früheren Gemeindepräsidenten Walter Renold zu verdanken. Der Stiftungsrat lädt ein zum Jubiläum mit einem Festgottesdienst.

Brunegg steht vor einem Jubiläum. Am Sonntag, 29. Oktober 1967, war es, als die Kirche, der Turm und die Friedhofanlage feierlich eingeweiht werden konnten. Am kommenden 10. September um 10.10 Uhr soll mit einem Fest- und Familiengottesdienst dankbar zurückgeblickt und Freude ausgedrückt werden. Die Feier wird gestaltet von Pfarrer Jürg Luchsinger, Birr, und Schwester Iniga Affentranger, Pfarrei St. Antonius von Padua Wildegg. Kirchenmusiker und Liedermacher Christoph Fankhauser wird den Gottesdienst lebendig umrahmen. Im Zentrum stehen die Predigtworte «Der Schatz im Acker».
Besonders motiviert dürften die Schülerinnen und Schüler erscheinen, haben sie sich doch mit der Kirche auseinander- gesetzt und Zeichnungen angefertigt, die in der Turnhalle ausgestellt werden.
Nach der kirchlichen die weltliche Feier: mit Apéro beim Schulhaus und Mittagessen in der Turnhalle.
Hansruedi Urech, Präsident der Stiftung Brunegg, wird sprechen, ebenso Beatrice Zandonella Klingele, Vize-Gemeindepräsidentin. Die Brunegger Örgeligruppe wird für eine lockere Stimmung sorgen. Schliesslich steigen Ballone: Der Aargau soll wissen, dass Brunegg feiert.
Zuerst der Friedhof, dann die Kirche und der Turm
Bis 1965 mussten alle Verstorbenen von Brunegg in Birr bestattet werden. Im Dorf bestand schon lange der Wunsch nach einem dorfeigenen Friedhof. Dank der grosszügigen Spende vom Brunegger Jakob Urech, alt Landwirt, jedoch wohnhaft in Dättwil, und dank Frondiensten sowie Spenden erfüllte sich der Wunsch.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Sarg auf einer Tragbahre nach Birr auf den Friedhof getragen, später wurde ein Pferd vor einen Leichenwagen gespannt. Ab 1966 konnten die verstorbenen Brunegger auf dem neuen Friedhof am Waldrand beigesetzt werden.
Von 1965 bis 1967 entstand nicht nur die Friedhofanlage, sondern auch die schlichte, zeltartige Kirche. Professor Jean Rudolf von Salis übernahm die Kosten von 500 Säcken Zement. «Ich erinnere mich noch gut, eigenhändig Beton angemacht zu haben», erzählt alt Gemeindepräsident Hansueli Schmid. Manche Leute, die keinen Frondienst leisten konnten, spendeten Geldbeträge. Nach einem gelungenen Dorffest konnte der Landfrauenverein dem damaligen sehr initiativen Gemeindepräsidenten Walter Renold 6000 Franken übergeben, lässt sich der Chronik von Paul Urech entnehmen. Es fehlte noch der Turm.
In der Aufbruchstimmung in Brunegg wurde auch hier eine Lösung gefunden. Die von der Kirchgemeinde Birr geschenkte Glocke wurde am 17. Dezember 1966 von den Schülern in den neuen Kirchturm hochgezogen. Der Betrieb und Unterhalt der Kirche wurde samt Friedhof am 27. Juni 1973 in eine Stiftung eingebunden.



