«Wo ich bin, bin ich zu Hause» – Ambrose Olowo feierte Jubiläum

Bettwil Vor 30 Jahren wurde Pfarradministrator Ambrose Olowo in seinem Heimatland Nigeria zum Priester geweiht. Seit sieben Jahren übt er sein Amt in der Schweiz aus. Sein grosses Engagement wurde am 17. Mai in der Kirche Bettwil mit einem Jubiläumsgottesdienst gewürdigt.

Ambrose Olowo in Zivil: Er erfreue sich auch an Gesprächen, die nicht im kirchlichen Rahmen stattfänden.Foto: Verena Schmidtke

Ambrose Olowo in Zivil: Er erfreue sich auch an Gesprächen, die nicht im kirchlichen Rahmen stattfänden.Foto: Verena Schmidtke

Ambrose Olowo in der Kirche Bettwil: Er feierte sein 30-Jahr-Jubiläum der Priesterweihe.Foto: zvg

Ambrose Olowo in der Kirche Bettwil: Er feierte sein 30-Jahr-Jubiläum der Priesterweihe.Foto: zvg

Erst hatte ich nicht vor zu feiern, aber glücklicherweise haben die Mitglieder der Kirchenpflege in Bettwil eine Feier ermöglicht», merkt Pfarradministrator Ambrose Olowo gleich zu Beginn lächelnd an. «Ich bin ihnen auch dankbar, dass sie die Feier anlässlich meines Priesterjubiläums organisiert haben.» Er hatte Grund, sich zu freuen: «Einiges im Jubiläumsgottesdienst war eine Überraschung, einiges ist aber auch schon vorher zu mir durchgedrungen», lacht er. Die Feier der Heiligen Messe lag am Gottesdienst natürlich in seiner Verantwortung.

«Vor 30 Jahren waren wir zu viert bei der Priesterweihe», erläutert er. Ein weiterer von ihnen sei im Ausland – in England – tätig. Die beiden anderen arbeiten in Nigeria. Mit seinen drei Amtskollegen von damals stehe er nach wie vor in Kontakt: «Wir tauschen uns regelmässig online aus. Einmal im Jahr treffen wir uns in Nigeria, dann besuche ich auch immer meine Familie.» Ihm sei es ausserdem ein Anliegen, das erste Priesterseminar, welches er als Kind besuchte, zu unterstützen.

Zu seinem Werdegang erklärt Olowo: «Für mich stand im Minor Seminary, dem Kleinen Seminar, fest, dass das mein Weg sein wird. Ich war zu dem Zeitpunkt etwa zehn oder elf Jahre alt.» Vergleichbar ist das mit einem katholischen Gymnasium. Im Fall des Pfarrers war es zugleich ein Internat. Danach besuchte er das Grosse Priesterseminar – hier erfolgte das Studium unter anderem in den Bereichen Theologie, Philosophie, praktische und systematische Theologie und mehr. «Insgesamt dauert die Ausbildung bis zur Priesterweihe neun Jahre», führt Ambrose Olowo aus.

Neben Theologie auch Jura

Natürlich erinnere er sich noch gut an die feierliche Priesterweihe: «Es war wirklich so, als wehte der Geist Gottes. Es war ein berührender, stiller Moment.» Später, nach der Messe, seien er und seine geweihten Amtskollegen draussen mit viel Musik und fröhlicher Stimmung gefeiert worden. «Wie es in Nigeria so ist», setzt Olowo lachend hinzu. Damit war sein Ausbildungsweg noch nicht beendet. Nach einer Weile als Kaplan habe der Bischof ihm die Bewilligung gegeben, Jura zu studieren, teilt er mit. Mit dieser zusätzlichen Qualifikation erweiterte sich sein berufliches Feld und er erhielt die Zulassung als Anwalt in Nigeria. So sei er nicht nur als Pfarrer für seine Gemeinde tätig gewesen, sondern habe zusätzlich als Gefängnisseelsorger gewirkt.

Für seinen weiteren akademischen Weg begab sich Ambrose Olowo nach Wien, wo er Studiengänge wie internationales Recht und Kirchenrecht belegte und im Jahr 2019 erfolgreich abschloss. Der Pfarradministrator berichtet, ein Arbeitskollege habe damals gefragt, ob er sich vorstellen könne, in der Schweiz zu arbeiten. Priester seien dort gesucht. Gleichzeitig habe sich die Frage gestellt, was er mit den Deutschkenntnissen in Nigeria anfangen würde – in der Schweiz werde er dringender gebraucht. «Erst habe ich abgelehnt, doch der Kollege erkundigte sich eine Weile später noch einmal», erzählt Olowo. «Er meinte, falls es mir nicht gefalle, könnte ich ja nach zwei Jahren zurückkehren. Nun bin ich sieben Jahre hier.»

Sein Wunsch: Für alle in der Gemeinde ansprechbar sein

Zunächst wirkte er im Pastoralraum Brugg-Windisch, anschliessend ging es für ihn in den Pastoralraum Erusbach-Hallwilersee. «Hier bin ich als Pfarrer für die Gemeinden Bettwil und Sarmenstorf zuständig.» Zu seinen Aufgaben gehören die Seelsorge, die Leitung der Pfarrei sowie die Feier der Liturgie. Was die Sakramente betrifft, führt Ambrose Olowo aus: «Es gibt sieben: Taufe, Firmung, Eucharistie, Versöhnung, Krankensalbung, Ehe und Priesterweihe.» Die Verantwortung, diese zu spenden, liege bei ihm – mit Ausnahme von Firmung und Priesterweihe. Die Firmung könne jedoch mit Erlaubnis des Bischofs erfolgen.

Der Pfarrer merkt an: «Es gefällt mir hier sehr. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Einrichtungen, Teams und Mitarbeitenden funktioniert sehr gut.» Auch die Natur hier sei wirklich schön. Heimweh plage ihn nicht, da komme ihm vermutlich zugute, schon als Kind im Internat gewesen zu sein. «Wo ich bin, bin ich zu Hause.» Ambrose Olowo betont, in seiner Arbeit habe er keinen Bereich, der ihm am besten gefalle: «Mir sind alle Leute wichtig und ich bin für alle da.» Und er sei auch immer ansprechbar, beispielsweise auf einem Spaziergang.

Auf die 30 Jahre seit seiner Priesterweihe blicke er mit grosser Dankbarkeit zurück. «Es waren erfolgreiche Jahre – alles fliesst», sagt der Pfarradministrator. Auf den Jubiläumsgottesdienst sei er gespannt gewesen: «Ich bin sehr dankbar für so viel Wertschätzung.»

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