So klingt der
Schatzkammer
Bald schon finden wieder vier Ausgaben der Stammtisch-Reihe im Lenzburger Wald statt. Die Forstdienste Lenzia und das Museum Burghalde haben sich auch dieses Jahr eine vielfältige Themenwahl für die Kulturhäppchen ausgedacht. Willi Bürgi und Matthias Ott gehen den historischen Verkehrswegen im Lenzburger Wald nach und stossen auf mittelalterliche, ja gar römische Achsen. Welche Spuren sind eigentlich noch vorhanden?, wollten sie wissen. Dann referiert Daria Moser über die ältesten Lenzburgerinnen. Die Lebensgeschichte dieser Steinzeitfrauen aus dem bedeutenden Goffersberger Gräberfeld entnimmt sie den Grabbeigaben und Knochen. Ein Requiem auf die Fichte lässt Thomas Waltenspühl verlauten: Über Generationen war uns die Fichte, im Volksmund auch Rottanne, der Brotbaum schlechthin. Ohne Fichte keine Forstwirtschaft. Doch nun wird es ihr schlicht zu heiss … Um beim Requiem zu bleiben, geht Marc Philip Seidel auf das musikalische Lenzburg ein und nimmt damit Bezug auf die aktuelle Sonderausstellung. Beim nächsten Stammtisch im Mai nimmt er die Gäste mit auf einen Pfad, den die Tochter des einstigen Lenzburger Oberförsters Walo von Greyerz, Minna (1861–1951), vor 150 Jahren von den ersten Opernaufführungen ans Dresdner Konservatorium führte. Interessant dabei ist, dass sie nicht die einzige Lenzburgerin war, die beachtliche Erfolge in den Konzerthäusern Europas erzielte. Neben Minna von Greyerz schlugen auch Erika Wedekind, Fanny Hünerwadel, Clara Wirz-Wyss, Anna Walter-Strauss und weitere eine Musikerinnenkarriere ein. Nicht verwunderlich also, dass sich Lenzburg im 19. Jahrhundert als Musikstadt einen Namen machte. Und was Minna anging, so meinte der einstige Lenzburger Künstler Peter Mieg anlässlich ihres 90. Geburtstags: «Ein Konzert in Lenzburg ohne Minna von Greyerz war kein Konzert.»
«Schatzkammer». Hier stellen Mitarbeitende des Museums Burghalde Lenzburg jeweils spannende Geschichten und originelle Fundstücke vor.







