Zwischen Staufen und Bundesliga

Staufen Lorena Barth schafft den Sprung in eine der stärksten Ligen Europas. Die Torhüterin aus Staufen wechselt zum SC Freiburg – und bleibt dabei bodenständig, ehrgeizig und eng mit ihrer Heimat verbunden.

Lorena Barth präsentiert das Trikot des SC Freiburg – im Sommer wechselt die Aargauerin in die deutsche Bundesliga.Foto: zvg

Lorena Barth präsentiert das Trikot des SC Freiburg – im Sommer wechselt die Aargauerin in die deutsche Bundesliga.Foto: zvg

Lorena Barth hält den Ball fest im Griff und steht vor dem Sprung in die Bundesliga.Foto: zvg

Lorena Barth hält den Ball fest im Griff und steht vor dem Sprung in die Bundesliga.Foto: zvg

Es ist eine Szene aus ihrer frühen Kindheit, die sinnbildlich für vieles steht: ein «Mätchli», ein spontaner Einsatz im Tor – und ein gehaltener Ball. «Zwar kreuzfalsch, aber ich habe ihn gehalten», erinnert sich Lorena Barth. Es ist ihre erste prägende Erinnerung als Torhüterin – und der Anfang eines Weges, der sie nun in die deutsche Bundesliga führt.

Heute steht die junge Aargauerin vor dem bislang grössten Schritt ihrer Karriere. Im Sommer wechselt sie zum SC Freiburg. Für Barth ist es weit mehr als nur ein Transfer. «Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht», sagt sie. Gleichzeitig sei es «eine Bestätigung für die Arbeit der letzten Jahre».

Schritt für Schritt nach oben

Der Weg in den Profifussball kam nicht über Nacht, sondern entwickelte sich kontinuierlich. «Das kam Schritt für Schritt», sagt Barth. Mit jedem Spiel und mit steigendem Niveau sei auch die Überzeugung gewachsen, sich durchsetzen zu können. «Irgendwann wurde mir klar, dass ich bereit bin, alles dafür zu geben.» Entscheidend geprägt hat sie zuletzt ihre Zeit beim FC Aarau. Als Stammtorhüterin lernte sie, konstant Leistung zu bringen und mit Druck umzugehen. «Man muss in jedem Spiel bereit sein und Verantwortung übernehmen.» Gerade diese Rolle habe sie «mental enorm weitergebracht».

Auch Auszeichnungen, wie jene zur besten Torhüterin in jungen Jahren, ordnet sie nüchtern ein. Sie seien «eine sehr schöne Anerkennung», gleichzeitig aber auch Ansporn, sich weiterzuentwickeln. Mit dem Wechsel nach Freiburg wartet nun ein neues Umfeld – intensiver, schneller, anspruchsvoller. Genau das reizt sie. «Ich freue mich darauf, aus meiner Komfortzone herauszukommen, mich jeden Tag im Training zu beweisen und zu lernen.»

Verwurzelt in Staufen

So gross der sportliche Schritt auch ist – die Bodenhaftung bleibt. Aufgewachsen in Staufen, lebt Barth derzeit noch immer dort. «Es gibt mir ein Gefühl von Zuhause und hilft mir, immer wieder runterzukommen.»

Ihr Alltag ist dicht getaktet zwischen Ausbildung, Arbeit und Spitzensport. Umso wichtiger sind die ruhigen Momente. Zeit mit Familie und Freunden hilft ihr, abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch der FC Lenzburg. Dort begann alles. «Ich habe meine ersten Erfahrungen im Vereinsfussball gesammelt und die Leidenschaft für den Sport richtig entdeckt.» Diese Begeisterung sei bis heute geblieben – und wohl ein Schlüssel zu ihrem Erfolg. Gerade jungen Spielerinnen möchte sie deshalb Mut machen: «Habt Spass, glaubt an euch und lasst euch nicht verunsichern.» Der Blick geht dennoch klar nach vorne. In Freiburg will Barth an Details arbeiten, etwa an ihrem Spiel mit dem Fuss. Und auch ein grosser Traum bleibt bestehen: «Für die A-Nati zu spielen, wäre eine riesige Ehre.»

Inspiration findet sie unter anderem bei Yann Sommer – vor allem wegen dessen Konstanz und Ausstrahlung. Und wenn sie erklären soll, warum Fussball für sie der schönste Sport ist, wird sie grundsätzlich: «Weil er Menschen verbindet.» Was in Staufen begann, führt nun auf die grosse Bühne. Doch die Geschichte von Lorena Barth zeigt: Auch ein Bundesliga-Traum kann mit einem einzigen gehaltenen Ball beginnen.

Die Bühne wird grösser, die Gegnerinnen stärker – doch das Fundament bleibt dasselbe. Leidenschaft, Bodenständigkeit und der Glaube an den eigenen Weg. Genau damit will Lorena Barth nun auch in der Bundesliga bestehen. Denn eines ist klar: Den Ball wird sie so schnell nicht mehr loslassen.

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