Unkraut ist gesund!

Gartentipp

Arbeitet auf Schloss Wildegg: Gärtnerin Tanya van der Laan.Foto: MA/Pascal Meier
Arbeitet auf Schloss Wildegg: Gärtnerin Tanya van der Laan.Foto: MA/Pascal Meier

Unkraut – schon das Wort klingt nach harter, undankbarer Arbeit. Doch Unkräuter wie Löwenzahn, Brennnessel oder Giersch sind besser als ihr Ruf. Sie sind in Vergessenheit geratene Wildkräuter, die nicht nur gut schmecken, sondern auch heilsam wirken können.

Weit oben in der Rangliste dieser «Superfood-Unkräuter» rangiert die Brennnessel: Sie liefert rund siebenmal mehr Vitamin C als Orangen. Bei Vegis, Veganerinnen und Veganern punktet sie zudem mit viel Eisen. Die Samen schmecken gut in einem Müesli. Die restliche Pflanze ist roh kaum geniessbar, als Tee, Spinat oder Suppe jedoch ein Genuss – gekocht sticht die Brennnessel nicht mehr.

Auch Löwenzahn ist gesund und ein kleines Kraftpaket. Die Bitterstoffe sind Balsam für die Leber und unterstützen die Verdauung. Junge Blätter passen wunderbar in Salate. Die Blüte kann zu Löwenzahnhonig verarbeitet werden.

Eines der hartnäckigsten Unkräuter im Garten ist der Giersch. Mein Tipp: Alles aufessen! Denn Giersch ist sehr gesund, zum Beispiel bei Gicht und Rheuma. Giersch bietet mehr Eiweiss als Erbsen. Und man kann die Pflanze gut roh essen: als Salat, Smoothie und Pesto. Oder gekocht als Spinat oder Gemüseersatz.

Beim Sammeln dieser Unkräuter gilt jedoch: Nur pflücken und essen, was man kennt. Verwechslungen mit giftigen Pflanzen können unschön enden. Zudem sollte nur dort geerntet werden, wo nicht gegüllt wird und keine Hunde ihre Runde drehen.

Die beste Tageszeit für die Unkrauternte ist übrigens der Vormittag. Dann sind die Kräuter noch richtig frisch und saftig. E Guete!

«Gartentipp». Hier schreiben Mitarbeiterinnen der Schlossgärtnerei Wildegg jeweils über aktuelle Gartenaspekte.

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