Tipp zum Alltag: Ferien in der Heimat

Kurz und klar. Illustration: mky

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Volker Schulte

Volker Schulte

Was erleben wir in Zeiten von Corona für merkwürdige Dinge? Plötzlich fahren wir wieder ins Bündnerland oder nach Melide in den Haupturlaub. So, wie wir es vielleicht noch von den Grosseltern kennen? Unser Reiseverhalten hat sich kolossal verändert. Noch nie waren so viele Velos unterwegs, die Wanderlust ist ein neues Massenphänomen geworden. Ist es nicht auch beglückend, seine Heimat wieder kennen lernen zu dürfen? 

«In der Kürze liegt die Würze» lautet ein flotter Spruch. Philosophisch gesehen ist dies ein sehr interessantes Phänomen. Das Entdecken des Kleinen, das Wertschätzen von Langsamkeit. Die Krise holt die Menschen von oben herunter. Landauf, landab spüren wir eine Entschleunigung, etwas, das die Psychologen seit langem empfehlen. Vielleicht spüren wir in des Wortes Sinne wieder mehr Boden unter den Füssen, nicht das rastlose Umherkesseln auf internationalen Flughäfen. Die Pandemie zwingt uns zu kleinräumlichem Denken, dem Entdecken der Langsamkeit, dem Wertschätzen der nahen Dinge. 

Jede Krise geht irgendwann vorbei. Bleibt nur zu hoffen, dass wir die positiven, gesunden Erfahrungen behalten und nicht gleich wieder über Bord werfen, um stracks in nervöse Fahrwasser zurückgeworfen zu werden. 

Unter «Tipp zum Alltag» schreiben Jörg Kyburz und Volker Schulte jeweils in der letzten Ausgabe des Monats an dieser Stelle über psychologische Aspekte im Alltag. Die beiden Autoren leiten den CAS-Studienlehrgang Achtsamkeit in Lenzburg.

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