tipp zum Alltag

Vor wenigen Tagen habe ich einen «Mittelaltermarkt» besucht. Auf einem sehr grosszügig bemessenen Feld boten Verkäufer und Schausteller, die meisten von ihnen in mittelalterlicher Kluft gewandet und mit martialischen Waffen im Gürtel ausgestattet, ihre Waren und Dienstleistungen feil. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher erfreuten sich an den vielfältigen Angeboten und Darbietungen – als sich plötzlich ein Platzregen über uns allen ergoss, der diese Bezeichnung wahrlich verdiente. Innert weniger Sekunden glich das Areal einer Schlammwüste, die den Vergleich mit dem Woodstock-Festival (1969) oder dem Open-Air «Schlamm Gallen» (nahezu every year) nicht zu scheuen brauchte.

«Alles rennet, rettet, flüchtet» (Friedrich Schiller) sich unter das zentral errichtete Festzelt und findet hier etwas Schutz. Die meisten von uns sind bis auf die Haut durchnässt. Da wird unserer aller Aufmerksamkeit magisch angezogen von einem etwa anderthalbjährigen Kind, das munter und offensichtlich bei bester Laune auf allen Vieren durch eine riesige Pfütze robbt, des Laufens noch unkundig. Die Regentropfen, die granatengleich in der Pfütze aufschlagen, bilden Luftblasen. Das Kind juchzt. Neben ihm seine Mutter. Sie lacht voller Liebe und Verständnis. Das Kind ist gegen Nässe wohl geschützt: Es trägt einen Ganzkörper-Ostfriesennerz und freut sich seines Lebens.

Wann sind Sie das letzte Mal beidfüssig in eine Pfütze gesprungen oder haben eine solche «durchrobbt»? Hätten Sie Lust dazu? Was spricht dagegen? Und was hat das mit Achtsamkeit zu tun? – So viele Fragen ...

«Tipp zum Alltag». Hier schreiben Dozenten des CAS-Studienlehrgangs Achtsamkeit in Lenzburg jeweils einmal pro Monat über psychologische Aspekte im Alltag. Die Autoren wechseln sich ab.

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