Selber mosten und seltene Sorten kennen lernen

Schloss Hallwyl Im Schlosshof fanden am Wochenende die Mosttage statt. An diesem Anlass konnte man sehen, wie verschiedene Produkte hergestellt werden, und dabei sogar selbst Hand anlegen.

Raritäten: Hermann Graser präsentierte an den Mosttagen seltene Apfelsorten. Foto: Andreas Walker

Raritäten: Hermann Graser präsentierte an den Mosttagen seltene Apfelsorten. Foto: Andreas Walker

Abpressen und vorher Äpfel fein häckseln: An den Mosttagen im Schloss Hallwyl wurde frisches Obst zu Most verarbeitet. Foto: Andreas Walker

Abpressen und vorher Äpfel fein häckseln: An den Mosttagen im Schloss Hallwyl wurde frisches Obst zu Most verarbeitet. Foto: Andreas Walker

Selbst Hand anlegen: Kinder konnten beim Mosten erfahren, wie streng diese Arbeit ist. Foto: Andreas Walker

Selbst Hand anlegen: Kinder konnten beim Mosten erfahren, wie streng diese Arbeit ist. Foto: Andreas Walker

Seltenes Handwerk: Ueli Sidler demonstrierte das Flechten von Körben. Foto: Andreas Walker

Seltenes Handwerk: Ueli Sidler demonstrierte das Flechten von Körben. Foto: Andreas Walker

Dürfen im Herbst nicht fehlen: Heisse Marroni mit Verkäuferin Hannah Pfister. Foto: Andreas Walker

Dürfen im Herbst nicht fehlen: Heisse Marroni mit Verkäuferin Hannah Pfister. Foto: Andreas Walker

Der Schlosshof verwandelte sich wie immer zu dieser Jahreszeit in einen Marktplatz, wo landwirtschaftliche Produkte aus der Umgebung präsentiert wurden.

Bei prächtigstem Herbstwetter konnten die Produktion und die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, wie etwa der Werdegang von Äpfeln zu Süssmost, verfolgt werden.

Gerade bei den kleinen Gästen war diese Demonstration besonders beliebt. So konnten sie direkt mitverfolgen, wie Most, Traubensaft und andere bekannte Produkte entstehen. Damit sehen sie nicht nur die Endprodukte in einem Laden, sondern kennen auch deren Herkunft.

Auch altes Handwerk wurde eindrücklich demonstriert, so zum Beispiel das Drechseln von Holz oder das Flechten von Körben.

Erhaltung seltener Apfelsorten

Hermann Graser von «destaldo» präsentierte an den Mosttagen alte, seltene Apfelsorten, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind. Eigentlich weist die Schweiz beim Obst einen besonderen Reichtum an genetischer Vielfalt auf. So gab es bei uns im Jahr 1900 noch etwa 4000 Sorten, heute sind es jedoch nur noch etwa 2000, wobei rund 80 Prozent davon eher selten sind und nur noch auf Bäumen in Sortenerhaltungsanlagen vorkommen.

Hermann Graser erklärt: «Zurzeit sind noch etwa 100 Obstsorten weit verbreitet, die von Obstbauern unter dem Diktat moderner Ansprüche oft in Anlagen in Monokulturen produziert werden. Die restlichen Sorten sind ohne besonderen Schutz vom Aussterben bedroht. Sind nur noch wenige Sorten verfügbar, besteht nur noch eine kleine Chance, dass man die gesuchten Eigenschaften, zum Beispiel gegen verschiedene Krankheiten für die Entwicklung resistenter neuer Sorten, noch finden kann.»

Deshalb wurde in den Jahren 2003 bis 2006 im Stockacker in Dürrenäsch eine nationale Hochstamm-Primärsammlung angelegt. Diese Sammlung ist eine von mehreren solchen Arboreten in der ganzen Schweiz im Rahmen des «Nationalen Aktionsplanes zur Erhaltung und Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft» (NAP).

Sie wurde konzipiert vom Bundesamt für Landwirtschaft und wird betreut durch Pro Specie Rara und die Stiftung Kulturlandschaft Aare Seetal (KLAS).

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