Passionsgeschichte in Miniatur: Krippenausstellung in Fahrwangen

Fahrwangen In Fahrwangen zeigt der Theologe Thomas Wolfer seit dem 30. März eine interessante Krippenausstellung zum gesamten Leben Jesu, wobei neben zahlreichen Begebenheiten aus dem Leben Jesu die Passion Jesu Christi einen besonderen Stellenwert hat. Insgesamt umfasst die Sammlung rund 1600 Figuren. Zu sehen ist sie bis am 25. Mai.

Die Ostergeschichte anhand einer Krippenlandschaft dargestellt.Foto: Verena Schmidtke

Die Ostergeschichte anhand einer Krippenlandschaft dargestellt.Foto: Verena Schmidtke

Der Schildermacher – ein Zufallsfund.Foto: Verena Schmidtke

Der Schildermacher – ein Zufallsfund.Foto: Verena Schmidtke

Eine Krippenlandschaft zur Passionsgeschichte.Foto: Verena Schmidtke

Eine Krippenlandschaft zur Passionsgeschichte.Foto: Verena Schmidtke

Gerade eben ist Thomas Wolfer mit der Aufstellung einer österlichen Darstellung fertig geworden. «Die Figur mit dem Judaskuss habe ich tatsächlich gerade erst erhalten und heute ausgepackt und aufgestellt», erzählt er, während er auf die filigranen Krippenfiguren zeigt. In einem Raum seiner Wohnung hat er speziell die Ostergeschichte, die Passion Jesu, anhand der biblischen Szenen ausgestellt. Zu sehen sind beispielsweise der Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl, der Judaskuss, Tod und Auferstehung Jesu. Sogar der Hahn, der krähte, als Petrus es dreimal verleugnete, Jesus zu kennen, fehlt nicht. Alles liebevoll und detailliert abgebildet. Dazu informiert der Theologe fachkundig und interessant über die verschiedenen Ereignisse.

Da Thomas Wolfer keine anderen Räumlichkeiten zur Verfügung hat, stellt er seine Krippenlandschaft in der Wohnung aus. Bereits zu Weihnachten konnten sich Interessierte bei ihm eine Krippenlandschaft zur Weihnachtsgeschichte anschauen. Nach einer Pause, in der ein Umbau erfolgte, stehen nun also die Osterszenen im Vordergrund. Viele der Gebäude in den biblischen Szenerien hat Wolfer selbst angefertigt. Die Besuchenden haben die Möglichkeit, sich ein Bild vom Palast des Kaiphas zu machen, sich das letzte Abendmahl erklären zu lassen, und bei genauerem Hinschauen lässt sich sogar eine Figur entdecken, die das Schild für Jesu Kreuz anfertigt. «Diese war in einem Set enthalten», führt er aus. «Zufällig habe ich entdeckt, dass es sich um den Schildermacher handelt.»

Viele unterschiedliche Krippenfiguren

Neben Passion und Osterdarstellungen besitzt der Theologe einen wahren Schatz unterschiedlichster Krippen, zum Teil wurden sie – wie auch einige seiner aufgestellten etwa 1600 Figuren – eigens für ihn angefertigt. Wolfer erläutert: «Mir ist es schon wichtig, dass etwa die Gebäude den historischen ähneln.» Als Inspiration dienen ihm deswegen selten andere Krippen, vielmehr sind es historische Sachbücher. Spannend insgesamt sind die vielen kleinen Details: Viele der Figuren sind beweglich, es gibt Alltagsszenen wie etwa eine Getreidemühle oder eine kleine Marktszene im jordanischen Petra. «Hier ist sogar echter Weihrauch am Stand», erklärt Thomas Wolfer lachend. Ausserdem gebe es Wasserläufe, Brunnen und die passende Beleuchtung.

Die Figuren sind beinahe ein Thema für sich. Der Sammler merkt an: «Die Tonfiguren kommen hauptsächlich aus Italien und Spanien.» Zudem besitze er Krippenfiguren aus Kunstharz und aus Holz. «Die Firma Heide fertigt sehr schön gearbeitete bekleidete an», erklärt er. Mit Krippenfiguren habe seine Sammelleidenschaft übrigens begonnen. «Ich hatte mir für eine Krippe zusätzlich Figuren bestellt», erinnert sich Wolfer. «Allerdings waren sie zu gross. Also habe ich für diese eine weitere Krippe benötigt.» Seitdem haben ihn die biblischen Darstellungen nicht losgelassen. «Wenn ich alles aufbauen könnte, wäre es insgesamt sicher grösser als die Krippe in Einsiedeln», vermutet er und lacht. Diese misst immerhin gut 80 Quadratmeter.

Gern hätte er auch eine Krippenszene – das Gleichnis vom barmherzigen Samariter – in dem offenen Flur aufgestellt, aber der Theologe bedauert mit Blick auf den herniedergehenden Graupelschauer: «Das Wetter spielt im Moment nicht richtig mit. Hoffentlich wird es noch besser.»

Da die Räumlichkeiten für die Krippenausstellung nicht gross sind, liegt die ideale Besucherzahl bei 2 bis 4 Personen, bei einer grösseren Gruppe kann es sein, dass die Gruppe aufgeteilt werden muss. Mehr als 6 bis 8 Personen sind nicht möglich. Bei Kindergruppen im Primarschulalter seien bis zu 8 Kinder und eine erwachsene Begleitperson pro Gruppe möglich. Aufgrund einer Vorerkrankung bittet Thomas Wolfer darum, auf einen Besuch im Falle einer Infektionserkrankung zu verzichten. Die Termine vergibt er gern nach Absprache unter folgenden Kontaktmöglichkeiten: Telefon 043 333 97 67, E-Mail: Info@wolfisbuecherhoehle.com. Der Eintritt ist frei.

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