Lichtverschmutzung vermeiden

Energie & Umwelt

Max Chopard-Acklin.Foto: zvg
Max Chopard-Acklin.Foto: zvg

Kunstlicht ist für uns Menschen von grosser Wichtigkeit. Es bringt Sicherheit im öffentlichen Raum und ist an Wohn- und Arbeitsorten notwendig für unsere Aktivitäten. Doch braucht es überall konstantes Kunstlicht? Oder wäre manchmal weniger mehr? Übermässiges Kunstlicht ist eine weltweit anerkannte Beeinträchtigung der Umwelt. Wenn viel Licht in Städten abgestrahlt wird, kommt es zu einer künstlichen Aufhellung des Nachthimmels. Es entsteht eine Art «Lichtglocke» über dem Siedlungsraum. Dadurch fehlt die natürliche Dunkelheit. Lichtverschmutzung beeinträchtigt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Das Wachstum von Pflanzen, die Jagd der Tiere und der Schlaf der Menschen können negativ beeinflusst werden.

Es gibt verschiedene Techniken und Möglichkeiten, um nachteilige Lichtemissionen zu vermeiden. Zum einen sollte nur dort Licht installiert werden, wo es auch wirklich gebraucht wird. Zum anderen sollten Leuchtkörper immer nach unten gerichtet sein. Nach oben gerichtete Aussenleuchten sind ein grosses Problem für Nachtfalter und verstärken die Lichtverschmutzung am Himmel zusätzlich, was für Zugvögel zu Orientierungsschwierigkeiten führen kann. Es empfiehlt sich, die 5-Punkte-Regel zu beachten:

1. Notwendigkeit: Überprüfen Sie die Notwendigkeit von Beleuchtungseinrichtungen.

2. Ausrichtung: Richten Sie die Beleuchtung grundsätzlich nur von oben nach unten aus.

3. Lichtlenkung: Lenken Sie das Licht nur in die gewünschte Richtung.

4. Helligkeit: Passen Sie Beleuchtungsstärke und Beleuchtungsdichte dem Zweck der Beleuchtung an. Eine unnötig helle Beleuchtung bewirkt durch Reflexion an Boden und Wänden eine zusätzliche Aufhellung des Aussenraums.

5. Lichtsteuerung/Zeitmanagement: Dimmen oder löschen Sie nichtfunktionale Leuchten während der Nachtstunden und lassen Sie funktionale Leuchten nur so lange brennen, wie dies aus Sicherheitsgründen nötig ist.

Aussenleuchten sollten also nicht höhere Leuchtkraft besitzen, als es die Funktion vor Ort verlangt. Je nach Situation sind anstelle von Dauerleuchten auch Leuchten mit Bewegungsmelder oder Ganzabschaltungen in fünf bis sechs Nachtstunden möglich. Wer in den eigenen vier Wänden und im Aussenraum darauf achtet, die Lichter zu löschen, schont nebst der Umwelt auch das Portemonnaie.

Energie & Umwelt: Hier schreibt Max Chopard-Acklin, Umweltberater und Mitarbeiter der Fachstelle Umwelt in Lenzburg, zu Nachhaltigkeitsthemen.

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