Lenzburg feiert seinen Olympiastar

Lenzburg Mit Applaus, Musik und grosser Herzlichkeit hat Lenzburg am Dienstagabend seinen Olympiamedaillengewinner Amadou Ndiaye empfangen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher versammelten sich auf dem Metzgplatz, um den 24-Jährigen und seine Teamkollegen aus dem Bob-Team Vogt zu feiern – jene Athleten, die an den Olympischen Spielen gemeinsam die Bronzemedaille gewonnen haben.

Strahlende Bronze-Gewinner.Foto: Romi Schmid

Strahlende Bronze-Gewinner.Foto: Romi Schmid

Grosser Andrang bei der Autogrammstunde.Foto: Romi Schmid

Grosser Andrang bei der Autogrammstunde.Foto: Romi Schmid

Team Vogt (v.l.): Andreas Haas, Michael Vogt, Amadou Ndiaye und Mario Aeberhard.Foto: Keystone

Team Vogt (v.l.): Andreas Haas, Michael Vogt, Amadou Ndiaye und Mario Aeberhard.Foto: Keystone

Empfang auf dem Metzgplatz: Das Bob-Team Vogt – darunter der Lenzburger Amadou Ndiaye (2. von rechts) – wird von Stadtammann Andreas Schmid (rechts) geehrt.Foto: Romi Schmid

Empfang auf dem Metzgplatz: Das Bob-Team Vogt – darunter der Lenzburger Amadou Ndiaye (2. von rechts) – wird von Stadtammann Andreas Schmid (rechts) geehrt.Foto: Romi Schmid

Für den festlichen Auftakt sorgte die Stadtmusik Lenzburg. «Danke, dass ihr dafür gesorgt habt, dass wir die Jugendfest-Fanfare schon im März hören!», sagte Stadtammann Andreas Schmid mit einem Augenzwinkern.

Mit Ndiaye auf der Bühne standen auch seine Teamkollegen aus dem erfolgreichen Viererbob-Team. Gemeinsam stellten sie sich den Fragen und liessen das Publikum an ihren Erlebnissen an den Olympischen Spielen teilhaben.

«Bin ein stolzer Lenzburger»

Besonders präsent war an diesem Abend auch die Leichtathletikriege Lenzburg – jene Gemeinschaft, in der Ndiaye einst seine sportlichen Anfänge gemacht hatte. Entsprechend herzlich fiel die Begrüssung für «ihren» Olympiastar aus. Der 24-Jährige zeigte sich sichtlich bewegt. «Im ersten Moment überwiegt bei mir der Stolz – nicht nur wegen unserer Leistung, sondern auch wegen der Menschen, die mitgefiebert haben und jetzt hier stehen», sagte er.

Mehrfach betonte Ndiaye seine enge Verbindung zur Stadt. Er sei ein stolzer Lenzburger und schätze sich glücklich, hier aufgewachsen zu sein. Besonders Orte wie die Schule oder die Sportanlage Wilmatten seien prägend gewesen – dort habe er seine ersten sportlichen Erfahrungen gesammelt.

Ein Wunsch an die Stadt

Im Gespräch mit dem Stadtammann sprach Ndiaye über die Herausforderungen im Spitzensport. Entscheidend sei vor allem das Durchhaltevermögen während der langen Saison und die mentale Bereitschaft, im entscheidenden Moment Leistung abzurufen.

Der Wechsel vom Einzelsport in den Teamsport habe zudem neue Anforderungen mit sich gebracht: «Die Saison ist lang, man verbringt praktisch jeden Tag miteinander. Wenn man nicht harmoniert, wird es schwierig.» Auf die Frage, wo die Stadt investieren sollte, wurde Ndiaye konkret. Als ehemaliger Leichtathlet liege ihm die Sportanlage Wilmatten besonders am Herzen. Eine neue Tartanbahn «würde mein Herz definitiv höher schlagen lassen».

Trotz Olympiamedaille ist für Ndiaye vieles gleich geblieben. «Ich bin immer noch derselbe», sagte er. Sein Alltag habe sich kaum verändert, auch wenn er inzwischen öfter erkannt werde.

Gleichzeitig blickt er nach vorne: Sportlich reizt ihn künftig die Rolle als Pilot im Bob. Und auch neben dem Sport hat er Ziele – nach drei Semestern Biochemie sucht er eine Ausbildung, die sich besser mit dem Spitzensport vereinbaren lässt.

Autogramme und ein Abend,der bleibt

Zum Abschluss wurde es persönlich. Ndiaye dankte all jenen, die ihn auf seinem Weg unterstützt haben – Eltern, Grosseltern, Freunden, Trainern und Wegbegleitern. Besonders berührt habe ihn, wie viele Menschen seinen Einsatz verfolgt haben. «Wie viele sich für meinen Einsatz interessiert und live mitgefiebert haben – das hat mich beeindruckt», sagte er.

Dann formulierte er einen Gedanken, der über den Sport hinausgeht: Entscheidend sei, dass man alles gebe. Wer das tue, könne stolz auf sich sein – unabhängig davon, was am Ende dabei herauskomme.

Im Anschluss an den offiziellen Teil nahmen sich Ndiaye und seine Teamkollegen viel Zeit für Autogramme und persönliche Gespräche. Vor allem Kinder und Jugendliche nutzten die Gelegenheit, ihren Olympiastar aus nächster Nähe zu erleben, Fragen zu stellen und Erinnerungsstücke signieren zu lassen. Immer wieder blieb Ndiaye stehen, wechselte ein paar Worte, lächelte für Fotos – nahbar und geduldig.

Bei Sandwiches und Getränken klang der Abend in entspannter Atmosphäre aus. Die Besucherinnen und Besucher blieben noch lange auf dem Metzgplatz, tauschten Eindrücke aus und liessen den besonderen Moment nachwirken. Es wurde gelacht, diskutiert und immer wieder über die Rennen und die Medaille gesprochen.

Für Ndiaye selbst erfüllte sich damit genau das, was er im Vorfeld erwartet hatte: ein langer, intensiver und rundum gelungener Abend im Kreis seiner Stadt.

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