Lenzburg bleibt Hochburg für Bildung und Weiterbildung

Lenzburg Das neue Gebäude E auf dem Campus der Berufsschule Lenzburg (BSL) mit dem Weiterbildungszentrum (WBZ) hat am 10. August zum Start des neuen Schuljahres 2026/2027 den Betrieb aufgenommen. Nun folgte am Freitag, 25. September, die offizielle Einweihungsfeier.

Eigenhändig angebracht : Mittels einer Hebebühne montierten Fabian Schlatter und Markus Möhl die Erinnerungstafel.Foto: Peter Winkelmann

Eigenhändig angebracht : Mittels einer Hebebühne montierten Fabian Schlatter und Markus Möhl die Erinnerungstafel.Foto: Peter Winkelmann

Der grüne Teppich ist ausgelegt für den BSL-Leiter Tobias Widmer, den Stadtpräsidenten Andreas Schmid, den WBZ-Leiter Fabian Schlatter, den Präsidenten der Baukommission, Markus Möhl, und den Architekten Daniel Schweizer.Foto: Peter Winkelamnn

Der grüne Teppich ist ausgelegt für den BSL-Leiter Tobias Widmer, den Stadtpräsidenten Andreas Schmid, den WBZ-Leiter Fabian Schlatter, den Präsidenten der Baukommission, Markus Möhl, und den Architekten Daniel Schweizer.Foto: Peter Winkelamnn

Mit zehn Hammerschlägen auf einen Amboss begrüsste Schulleiter Tobias Widmer viele geladene Gästen aus der lokalen Politik und Wirtschaft sowie Unternehmerinnen und Unternehmer. In seiner Ansprache in der schön dekorierten Werkhalle betonte er, wie mit dem Gebäude E die Basis für eine erfolgreiche neue Zukunft zur Weiterbildung der Handwerksberufe gelegt worden sei: «Die Erweiterung mit diesem Neubau stärkt unseren Standort, an dem Wissen, Können und Leidenschaft für unsere Handwerksberufe weitergegeben werden können. Im Gebäude E startet die Zukunft für die Menschen, die hier arbeiten und lernen, aber auch für die Gemeinschaft und die Gesellschaft, die von Innovationen und Engagements profitieren, die hier angeboten werden.»

Viele Dankesworte an die Macher

Markus Möhl, Präsident der Baukommission, sprach in seiner Dankesrede von einem eindrücklichen Bau, der hier entstanden ist. Er erfüllt die Qualitätsansprüche betreffend Funktion beziehungsweise Nutzung und besticht durch seine Erscheinung und Eingliederung in den Campus und in die Umgebung. Schon während der Vorbereitung sprachen die Verantwortlichen von einem Leuchtturm oder einem wegweisenden Bau für die Berufs- und die Weiterbildung: «Der Bau ist von beidem etwas», meinte Möhl, «einerseits ist er wegweisend, bietet er dem WBZ doch verschiedene Möglichkeiten, mit seinen Angeboten für die Aus- und Weiterbildung die höhere Berufsbildung weiterzuentwickeln.» Mit einem kleinen Seitenhieb zum Kantiverlust meinte er weiter: «Andererseits ist er ein Leuchtturm, der über Lenzburg hinaus sein Licht wirft, und für den Stadtrat sicher ein kleiner Trost, dass wenigstens im Osten der Stadt Bildungsräume realisiert werden.»

Möhl stellte Fragen in den Raum: «Weiss heute jemand, welche Berufe es in 10 oder 15 Jahren noch gibt? Wissen die Kinder, die gerade jetzt eingeschult wurden, was sie beim Schulaustritt erwartet?» Mit diesen Fragen kam es vor rund acht Jahren zu den ersten Gedanken der Schulleitung, wie sich die BSL und das WBZ weiterentwickeln könnten. Laut Möhl wollten die Verantwortlichen auch ein Zeichen setzen und aufzeigen, wie wichtig Berufsbildung ist. Nach vielen Gesprächen, Diskussionen und Vorstellungen kann man heute festhalten: Der Mut zum Bauen hat sich gelohnt. «Über die letzten Jahre ist ein einzigartiges Gebäude entstanden, das unglaublich viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten möglich gemacht haben. Mich erfüllt das im Rückblick und im Bewusstsein hinsichtlich der Komplexität der Abläufe mit Dankbarkeit und Respekt gegenüber diesen Leistungen», schloss Möhl seine Ansprache mit Dankesworten an alle Beteiligten.

Kein Steuerfranken ist geflossen

Stadtpräsident Andreas Schmid sagte gleich zu Beginn seiner Rede, dass die Stadt Lenzburg wohl Bauherrin dieses tollen Gebäudes sei, aber die Erstellungs- und die Betriebskosten das WBZ allein trage: «Es ist kein Steuerfranken in dieses Haus geflossen, und das ist kein selbstverständliches Modell. Es zeugt von unternehmerischem Denken einer Bildungsinstitution, wie man es nicht alle Tage antrifft», lobte er die Verantwortlichen. Auch Schmid erwähnte noch kurz den Entscheid des Kantons zur Nichtberücksichtigung als Kantistandort, und mit Blick nach vorn meinte er: «Dieser Entscheid ändert nichts an der Tatsache, dass Lenzburg eine Hochburg der dualen Berufsbildung ist.» Er zählte die verschiedenen Fachschulen auf und sagte dazu, dass genau hier Tag für Tag Hunderte von jungen Menschen und Berufsleute genau das machten, was die Betriebe dringend suchten.

Architekt Daniel Schweizer, Schweizer Architekten AG, Baden, erzählte kurz, wie ein solches Projekt entsteht, wie es immer wieder verbessert und geändert wird. Am Schluss ist das Gebäude E für ihn ein Unikat. Der Beton-Holz-Bau mit seinen markanten Dachbalken und den grossen Fenstern sollte ein lebendiger Ort werden – und bleiben. Für Fabian Schlatter, Leiter WBZ, ist ein Neubau mehr als nur Wände, Räume und ein Dach, er steht für eine Idee, für eine Entwicklung und vor allem für die Zukunft – getreu dem Motto: Zukunft ist jetzt. Hinter diesem Bau stehen viele Menschen, viele Stunden Arbeit, viele Entscheidungen, die einen grossen Dank verdienen. Auf dem Platz, wo heute das Gebäude E steht, wuchs ein Rosskastanienbaum, und aus diesem Holz wurde ein besonderes Andenken realisiert und vielen Beteiligten als Wertschätzung überreicht – ein Schneidbrettli. Aber auch eine Holztafel, entworfen und gefertigt vom WBZ-Referenten Andy Fuchs, gesponsert vom VSSM Aargau (Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten Sektion Aargau). Diese hängt nun als Erinnerung an die Einweihungsfeier über dem Eingang zur Werkhalle. Danach lud Schlatter zum gemeinsamen Nachtessen ins Timeout-Restaurant, wo alle von einer tollen Küchen- und Servicebrigade kulinarisch verwöhnt wurden. Danach ging es wieder zurück in die Werkhalle, wo die Gästeschar vom Zürcher Komiker Sven Ivanic empfangen wurde. Er legte sofort los und entlockte den Anwesenden allerlei Wissenswertes: «Wer ist freiwillig da? Warum seid ihr überhaupt da?» Damit wollte er viel über das Publikum in Erfahrung bringen, das einfach Spass hatte. So ging eine gelungene Feier zur Einweihung eines schönen Gebäudes etwas länger, und der Mond schien beim Nachhausegehen schon hell über dem Campus.

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