Die Zeit ist wie im Flug vergangen

Der erste gemeinsame Arbeitstag: Romi Schmid auf dem Weg zur Bundesfeier 2022.Foto: zvg
Der erste gemeinsame Arbeitstag: Romi Schmid auf dem Weg zur Bundesfeier 2022.Foto: zvg

Du wirst zum Abschied lautstark «Tschüss» sagen, Fritz.

Ich tue dies leise und frage mich dabei: Was denn, etwas mehr als ein Jahr haben wir nun zusammengearbeitet, gemeinsam 57 tolle Ausgaben produziert, und jetzt ist einfach Schluss? Nie mehr gemeinsam SRF 2 Kultur hören oder über dem Redaktionsplan brüten? Die Zeit ist wie im Flug vergangen.

In der Renaissance gab es das Bildungsideal des «uomo universale». Daran fühlte ich mich bei dir mitunter vage erinnert. Du bist intellektuell, ohne abgehoben zu wirken; überraschend und humorvoll, ohne dir dauernd selber auf die Schenkel klopfen zu müssen; einfallsreich und kreativ, ohne dabei die Fakten aus den Augen zu verlieren.

Von der klassischen Reportage über Politik und Wirtschaftsanalysen bis zur akribischen Sportberichterstattung, überall warst du daheim und hast deine persönliche Note gesetzt. Von einem Strom zum nächsten, vom Hallwilersee bis zum Aabach. Immer aktiv, immer überall dabei und täglich mit neuen Ideen für Themen und Veranstaltungen um die Ecke kommend – so kenne ich dich. Als kleines Zweier-Redaktionsteam tanzen wir jede Woche auf vielen Hochzeiten; heute hier, morgen dort, kaum sind wir da, müssen wir auch schon wieder fort. Das hält zumindest fit und den Puls konstant über 120. Das ist auch der Grund, warum laut neusten Studien Lokaljournalisten mindestens 140 Jahre alt werden. Na gut, vielleicht keine Studie, aber eine ernst zu nehmende Schätzung aus dem Bekanntenkreis. Zur Ruhe kommen wir dann, wenn wir unsere Geschichten und Berichte am Montagmorgen in die Tastaturen hauen und über das «Gehauene» reflektieren.

Die Gelassenheit eines Zen-Meisters

«tf», so dein Kürzel, auf deine bedächtige, seriöse Art warst du für mich in vielerlei Hinsicht ein Vorbild. Kein Verein, kein Anlass und kein Termin war dir je zu unbedeutend, immer mit ganzem Herzen und mit der Gelassenheit eines buddhistischen Zen-Meisters im Einsatz für den Lokaljournalismus.

In der Kürze liegt die Würze. Deshalb: Ich werde deine ruhige, besonnene Art vermissen. Aber: So wie ich dich kenne, ist dein Abschied aus der Redaktion lediglich als ein Wechsel in den Unruhestand zu verstehen. Und dafür wünsche ich dir, Fritz, von Herzen alles Gute. Und sage leise: Danke.

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