Biber knabbern sich durch die Wilmatte

#justinbiber In Lenzburg ist seit einiger Zeit eine Biberfamilie zu Hause. Die Wildtiere haben es sich in der Wilmatte zwischen Altersheim und Sportanlage gemütlich gemacht.

Schützen den Baumstamm vor den Zähnen des Bibers: Die beiden Lernenden Lorenz Dammann (links) und Timon Walti der Forstdienste Lenzia.Foto: zvg

Schützen den Baumstamm vor den Zähnen des Bibers: Die beiden Lernenden Lorenz Dammann (links) und Timon Walti der Forstdienste Lenzia.Foto: zvg

Fühlt sich in Lenzburg wohl: Der Biber.Foto: zvg

Fühlt sich in Lenzburg wohl: Der Biber.Foto: zvg

Nachdem die Biber im 19. Jahrhundert ausgerottet wurden, leben heute wieder rund 1600 Biber in der Schweiz, davon etwa 400 im Aargau, was den Kanton regelrecht zur Biberhochburg macht.

«Inzwischen hat er sich nicht nur bei den grossen Flüssen breitgemacht, sondern rückt auch zu den Bächen und Kanälen vor, auch nach Lenzburg in den Aabach», weiss Matthias Ott, Stadtoberförster Lenzburg. «Grundsätzlich freuen wir uns sehr, denn Biber sind wichtig für die Biodiversität und deshalb willkommen in Lenzburg», erklärt er.

Biber bringen Herausforderungen

Biber fällen Bäume, um an Nahrung zu gelangen und Dämme zu bauen. Als Vegetarier fressen sie die schmackhaften jungen Zweige hoch oben aus den Baumkronen sowie im Winter die Rinde. Aus den grösseren Ästen bauen sich die Biber ihre Burg. Wenn der Wasserstand schwankt, baut der Biber Dämme, um den Pegel konstant zu halten. Dadurch vergrössert sich die Wasseroberfläche und die Fliessgeschwindigkeit verringert sich. «Die Herausforderung besteht darin, dass vom Biber gefällte Bäume bei einem Hochwasser mitgeschwemmt werden könnten und dann die Hochwasserentlastung bei der Wilmatte blockieren», erklärt Ott. Damit diese gewahrt bleibt, werden von Zeit zu Zeit grössere Haufen und Stämme abtransportiert. «Wir beobachten die Situation engmaschig», so Ott.

«Knusper, knusper, knäuschen»

«Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?» Die Biber antworten: «Der Wind, der Wind, das himmlische Kind», und knabbern fröhlich weiter.

Spass beiseite: Der Biber ist ein exzellenter Holzfäller. Anhand der zahlreich angeknabberten Bäume ist klar: Hier ist kein Einzelgänger aktiv. Die Zähne der kräftigen Bibergebisse hinterlassen überall ihre Spuren, vereinzelt mussten die Forstdienste aus Sicherheitsgründen bereits Fällungen vornehmen. «Wir gehen davon aus, dass hier nicht nur ein Biber, sondern eine ganze Biberfamilie am Werk ist», so Ott, der den Biber gemeinsam mit seinen Kollegen vom Forstdienst «Justin Biber» nennt.

Bäume liegen lassen

Ein Besuch vor Ort zeigt: Die Biber sind ziemlich aktiv. In unmittelbarer Nähe zum Ufer des Aabachs liegen mehrere Haufen mit Ästen. Viele Bäume in der Wilmatte sind zum Schutz eingehegt, einige liegen am Boden. «Es ist wichtig, die Bäume in Ufernähe wenn möglich liegen zu lassen», erklärt Ott. Denn: Werden die Bäume weggeräumt, hat der Biber auf einen Schlag deutlich weniger zu fressen und fällt den nächsten Baum.

So oder so: Der Biber darf machen, wozu er lustig ist, denn er ist streng geschützt, ebenso wie sein Lebensraum. «Wir müssen uns daran gewöhnen, dass der Biber bei uns heimisch ist», so Ott. Das Wichtigste seien eine möglichst friedliche Nachbarschaft und eine gute Balance, wie der Biber seinen Lebensraum gestalten kann und gleichzeitig Schäden minimiert werden können.

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