Ausgegraben: Alte Äpfel

Im Museum Burghalde zu sehen: Echte jungsteinzeitliche Äpfel. Foto: zvg
Im Museum Burghalde zu sehen: Echte jungsteinzeitliche Äpfel. Foto: zvg

Ein Apfel ist durchschnittlich 150 bis 250 Gramm leicht. Kulturgeschichtlich betrachtet ist er hingegen ein symbolbeladenes Schwergewicht. Ob als Frucht des Baumes der Erkenntnis, Newtons Inspiration zum Gravitationsgesetz oder schillernder Apfelschuss. Die Frucht des Kernobstgewächses ziert angeknabbert elektronische Geräte, vergiftet gutgläubige Prinzessinnen und symbolisiert als Reichsapfel des Heiligen Römischen Reichs nichts Geringeres als die Weltherrschaft.

Im fernen Mostindien soll es angeblich sogar eine Apfelkönigin geben. Der sprichwörtliche Zankapfel – auch bekannt als goldener Apfel der Zwietracht – gilt sogar als Auslöser für den Trojanischen Krieg. Mit der Aufschrift «Für die Schönste» soll er an einer Hochzeit für einige Unstimmigkeit zwischen den anwesenden Göttinnen gesorgt haben.

Über 20000 Sorten des Rosengewächses, darunter auch die Sorte McIntosh, soll es weltweit geben. Zünftig also, was da jeden Herbst farbenfroh die Obstbäume ziert.

Nicht ganz ohne ist auch die Geschichte der Apfelbäumchen im Garten des Museums Burghalde. Diese sollen nämlich einer urbanen Legende nach aus den Jahrtausende alten Samen jungsteinzeitlicher Wildäpfel gezogen worden sein. Solche haben sich in einigen Fundstellen zwar durchaus erhalten. Keimen können diese Samen allerdings nicht mehr.

Von welchem Apfel die Bäumchen abstammen, bleibt also ein Geheimnis. Die kleinen, leuchtend rot-grünen Früchte eignen sich jedenfalls für schmackhafte Apfelwähen – auch eine Erkenntnis!

Echte, verkohlte Wildäpfel aus der Jungsteinzeit gibts im Museum Burghalde zu bestaunen.

«Ausgegraben». Hier schreiben Mitarbeiter des Lenzburger Museums Burghalde jeweils in der ersten Ausgabe des Monats über originelle Fundstücke.

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