Aufmerksamkeit

<em>Jörg Kyburz</em>
<em>Jörg Kyburz</em>

Oft ist unsere Aufmerksamkeit irgendwo, nur nicht bei der Tätigkeit, welche wir gerade ausführen. Während dem Essen ist die Aufmerksamkeit beim Arbeiten, beim Arbeiten liegt der Fokus der Aufmerksamkeit am Feierabend, am Feierabend fällt es schwer, diesen zu geniessen, liegt unser Bewusstsein doch bereits wieder auf dem kommenden Morgen.

Aufmerksamkeit hat einige Gemeinsamkeiten mit Suchschweinwerfern. Diese sollten so installiert sein, dass sie frei beweglich sind und auf jeden Gegenstand gerichtet werden können. Zwanghafte Ausrichtungen führen zu eingerosteten Suchscheinwerfern, festgefahrenen Mustern, eingeengten Denkweisen, sturem Handeln.

Glücklicherweise ist es möglich, die Aufmerksamkeit mit ein wenig Übung wieder leichtgängig zu machen. Regelmässige Entspannungs- und Fokussierungsübungen, 10 Minuten pro Tag reichen aus, schärfen den Geist, erhöhen die Konzentration und steigern die Präsenz für den Moment, für das Hier und Jetzt.

Ein kleines Experiment: Was passiert, wenn eine ungeliebte Arbeit plötzlich bewusst fröhlich erledigt wird? Das Training der Aufmerksamkeit führt oft unbemerkt und unverzüglich zur gewünschten Ausrichtung der persönlichen Suchschweinwerfer, der Fokus wird weiter, die Arbeit geht leicht von der Hand und erledigt sich fast von selbst. Joggen beim Joggen, Essen beim Essen, Ruhen beim Ruhen, Arbeiten beim Arbeiten.

Tipp: Bevor die Zuwendung zu etwas Neuem erfolgt, gilt es, sich von dem, was gerade gemacht wurde, zu lösen. Beim Verlassen des Arbeitsplatzes bleibt die Arbeit dort zurück. Der Arbeit wird die Erlaubnis, uns bis nach Hause zum Esstisch zu folgen, ab sofort gestrichen. Jörg Kyburz

Unter «Tipp zum Alltag» schreiben Jörg Kyburz und Volker Schulte jeweils in der letzten Ausgabe des Monats an dieser Stelle über psychologische Aspekte im Alltag. Die beiden Autoren leiten den CAS-Studienlehrgang Achtsamkeit in Lenzburg.

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