Salzkorn: Göttin der Künste

Fritz Thut
Fritz Thut

Manchmal ist es sehr erbaulich und horizonterweiternd, wenn man in Nachschlagewerken etwas nachschlägt. Aus aktuellem Anlass etwa «Museum». Eine relativ neuzeitliche Definition aus Deutschland beschreibt den Begriff mit «eine dauerhafte Einrichtung, die keinen Gewinn erzielen will, öffentlich zugänglich ist und im Dienst der Gesellschaft und deren Entwicklung steht».

Das kann jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, insbesondere weil gewisse Schatzmeister der öffentlichen Hand bei «keinen Gewinn erzielen will» zusammenzucken dürften. So geht man zeitlich massiv zurück und entdeckt, dass die alten Griechen unter «Mouseion» das Heiligtum der Musen verstanden. Und wer waren denn diese Musen? Die Göttinnen der Künste, lautet die Antwort. Wobei sich die alten Griechen nicht einig waren, wer denn da alles dazugehören soll. Beispielsweise gab es die neun olympischen Musen, zu denen etwa Kalliope, die Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik, der Philosophie und der Wissenschaft, gehörte.

Museen sind wichtig für die Gesellschaft. Nicht zuletzt deshalb waren sie nach der Pandemie die ersten Kultureinrichtungen, die wieder Besucher empfangen durften. Und das Einzugsgebiet dieser Zeitung ist die Hochburg im dicht bemuseumierten Kanton Aargau. 15 der 110 Mitglieder des Verbandes Aargauer Museen und Sammlungen sind hier daheim (und es sind nicht einmal alle dabei).

Zwei Häuser von hier bewarben sich im letzten Jahr um den «European Museum of the Year»-Award, die höchste Auszeichnung, die auf dem Kontinent für neue und neu konzipierte Museen vergeben wird: Burghalde und Stapferhaus aus Lenzburg. Durchgesetzt gegen total 60 Konkurrenten aus ganz Europa hat sich wegen Corona erst letzte Woche das Stapferhaus, das in interaktiver Manier gesellschaftsrelevante Themen erleben lässt. Leiterin Sibylle Lichten­steiger zeigte sich überrascht. Trotzdem ist sie jetzt eine Göttin der Künste.

 

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