Salzkorn: Eine Holschuld?

Fritz Thut
Fritz Thut

Wie funktioniert Information? Jemand teilt mit und jemand nimmt auf. Was im privaten Bereich – ausser bei Schwerhörigkeit des Empfängers und/oder fehlender Rücksichtnahme des Emitters – Usanz ist, gilt auch in der Wirtschaft. Angefangen von der Auftragserteilung am Montagmorgen im kleinen Handwerksbetrieb bis zur Namensänderung der grössten multinationalen Netzwerkfirma. Während im ersten Fall der Chef derart laut durch die Werkstatt ruft, dass es auch der vom Wochenende noch beduselte Stift kapiert, lassen Grossfirmen Riesenheere von Kommunikationsspezialisten antreten, um sicherzugehen, dass die Botschaft alle Adressaten – im aktuellen Fall die ganze Welt – erreicht.

Irgendwo zwischen KMU und Grosskonzern befindet sich die öffentliche Hand. Auch bei Behörden aller Art ist es wichtig, dass die Neuigkeiten alle erreichen. Schliesslich wollen viele gewählte Würdenträger am Ende einer Amtszeit noch eine weitere anhängen. Da heisst es, die zuständigen Beamten für die Belange der Öffentlichkeitsarbeit zu sensibilisieren.

Natürlich kann nicht jeder trockene «Bürogummi» in einen eloquenten Mediensprecher verwandelt werden, aber in etwa die Informationsbedürfnisse des (Wahl-)Volkes abschätzen zu können, kann man von den zuständigen Angestellten durchaus erwarten. Mittlerweile sollte sich in den Amtsstuben herumgesprochen haben, dass es nahezu keine Geheimnisse mehr gibt. Öffentlichkeitsgesetze sorgen für Transparenz der politischen Abläufe.

Selbst in Zeiten von inflationär bespielten Social-Media-Kanälen sind traditionelle Papiermedien wie diese Wochenzeitung und physische Orientierungsveranstaltungen ideale Multiplikatoren fürs Vermitteln von wichtigen Informationen. Wenn man Neuigkeiten über den Bahnhof Lenzburg mit seinen bald 40000 täglichen Besuchern lediglich 80 Online-Teilnehmern per Internet präsentiert, stimmt etwas nicht. Information ist keine Holschuld.

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