Salzkorn: Achtung April

Heiner Halder
Heiner Halder

Verscherzt uns das vermaleidete Virus nun auch noch diesen alten, meist harmlosen Brauch? Den Aprilscherz: Gutgläubige blauäugige Mitmenschen heute, am 1. April, zu blamieren. Darf man das zu Zeiten, wo sich die Menschheit ohnehin auf nichts mehr verlassen kann?

«April, April, tut was er will»: Wenn die Natur natürlich im Viertelstundentakt das ganze meteorologische Programm von Sonnenschein, Niesel, Regen, Graupeln bis Schnee abspult. Ist es nicht nervig genug, wenn der Massnahmenkatalog der Coronadiktatur gezwungenermassen zwischen Lockdown und locke(r)n pendelt? Wenn starre Fronten verhungernder Gastronomen, allwissender Wissenschaftler und überforderter Politiker hüben und drüben sich wechselseitig widersprechen.

Wenn sich Massen ohne Masken nach dem Motto «Wir wollen frei sein wie die Väter waren» widerrechtlich zusammenrotten. Sich darum foutieren, dass die Fallzahlen stetig steigen, Impfen, Testen und Geduld geboten sind.

Mag es vor solch turbulentem Hintergrund noch schlechte Scherze auf Kosten sensibler Gemüter der Verunsicherten vertragen? Wenn es bei den klassischen offenen Schuhbändeln, dem Schranz im Rock und dem Fleck am Wams geht, ist dies mit einem müden Lächeln zu ertragen. Wers nicht lassen kann, findet im Internet jede Menge fieser Zleidwerkereien im einst allgegenwärtigen Büromilieu (besser nicht im Homeoffice anwenden).

Kritischer wirds hingegen, wenn wie in den letzten, normalen Zeiten mit aufwändigen Aktionen in den Medien das Volk veralbert, ins Bockshorn, «in den April» gejagt wird. Sujets drängen sich in der Pandemie geradezu auf, vor allem wenn die Fasnacht verboten wird.

Quizfrage: Ist im vorliegenden Blatt ein Aprilscherz versteckt?

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