Polarlichter im Seetal

Seetal In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai waren über dem Seetal spektakuläre Polarlichter zu sehen. Ursprung dieses Phänomens ist unsere Sonne, die mit dem Sonnenwind geladene Teilchen zur Erde schickt.

Über den Giebelrn: In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai waren über dem Seetal spektakuläre Polarlichter zu sehen. Foto: Andreas Walker

Wenn die Sonnenaktivität steigt, erscheinen vermehrt intensive Polarlichter. Diese Erscheinung, die normalerweise in hohen geografischen Breiten auftritt, kann in seltenen Fällen auch bei uns beobachtet werden.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai waren über dem Seetal intensive Polarlichter am Himmel zu sehen. Ein heftiger Sonnensturm schickte geladene Teilchen in Richtung Erde, die die Polarlichter verursachten. Dabei treffen diese geladenen Teilchen auf die hohe Atmosphäre und bringen sie zum Leuchten – wie eine gigantische Leuchtstoffröhre. Polarlichter in dieser Intensität konnten über dem Aargau letztmals vor 20 Jahren gesehen werden. In einem Zyklus von 11 Jahren erreicht die Sonne ein Aktivitätsmaximum. Dabei treten auffällig viele Sonnenflecken auf. Tatsächlich waren in den letzten Tagen sehr viele Sonnenflecken vorhanden. Dabei erstreckte sich eine gigantische Sonnenfleckengruppe mit dem 15-fachen Durchmesser der Erde über unser Muttergestirn.

Polarlichter und Stromunterbrüche

Beim Ansturm der energiereichen Teilchen auf die Erde können elektrische Ströme in Überlandleitungen oder Ölpipelines erzeugt werden. Ausserdem kann es zu Unterbrechungen in der Stromversorgung sowie zu Korrosionsschäden an den Rohren von Pipelines kommen. Auch Handynetze oder GPS-Systeme sind gefährdet.

In der Nacht vom 1. auf den 2. September 1859 erfolgte ein extrem starker Sonnensturm, der Polarlichter produzierte, die bis nach Rom, Havanna und Hawaii sichtbar wurden. Der Sonnensturm verursachte Starkströme in den Telegrafenleitungen in Nordeuropa und Nordamerika, sodass diese Funken schlugen. Das erst gerade weltweit installierte Telegrafennetz wurde massiv beeinträchtigt.

In der Nacht zum 13. März 1989 nahm die Häufigkeit und Stärke der Polarlichter nach einer grossen Sonneneruption sehr stark zu. Der von der Sonne hereinprasselnde Teilchenschauer verursachte in der kanadischen Provinz Quebec eine Überlastung des Stromnetzes und führte zu einer Unterbrechung der Elektrizitätsversorgung im Gebiet um Montreal. Dabei fielen Verkehrsleitsysteme, Flughäfen sowie die Fernwärmeversorgung aus. Sechs Millionen Menschen waren von diesem Ereignis betroffen. Ebenso führte ein starker Sonnensturm am 20. November 2003 zu einem Stromausfall in Südschweden. An diesem Tag konnten auch im Aargau intensive Polarlichter beobachtet werden.

Das Aktivitätsmaximum dieses Sonnenzyklus wird voraussichtlich Ende 2024/Anfang 2025 erwartet. Es ist deshalb möglich, dass wir innerhalb der nächsten zwei Jahre wieder Polarlichter bei uns sehen können.

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