Zeitreise durch 100 Jahre Tambourenverein
Jubiläum: Weissgekleidete Schülerinnen und Lehrerinnen ziehen von der Stadtkirche durch die Altstadt. Das Jugendspiel Lenzburg kleidet sich neu ein und durch die Rathausgasse geht der Marsch zum Metzgplatz. Kadetten mit ihren grossen Hüten mit der Lenzburger Rosette marschieren ins Manöver – und immer voraus eine Gruppe Tambouren, die den Weg weisen.

Seit nunmehr 100 Jahren geben Tambouren das Marschtempo vor, wenn in Lenzburg irgendein Verein oder die ganze Stadt etwas zu feiern hat. Die Lenzburger Tambouren gehören zur Stadt wie das Schloss und die Kirche. Aber auch in den umliegenden Gemeinden umrahmen die Lenzburger Tambouren viele Feste mit ihren Auftritten.
Und das nun schon seit 1918. Denn damals, ganz genau am 18. Mai, haben sich die Tambouren erstmals organisiert und im damaligen Restaurant Vollmar in der Altstadt den Militär-Tambouren-Verein Lenzburg aus der Taufe gehoben. Das Zusatzwort Militär wurde schon ein Jahr später aus dem Vereinsnamen gestrichen, obwohl die Wurzeln in diesem Umfeld zu suchen sind.
Unverzichtbar am Jugendfest
Seit eh und je gibt es keine Festivitäten ohne die Lenzburger Tambouren, schon gar kein Jugendfest. Bereits 1919 nahm der junge Verein erstmals offiziell teil. Schon ein Jahr später wurde das Tambourenfest in La Chaux-de-Fonds besucht. Es folgten viele weitere Festbesuche in der ganzen Schweiz.
Auch ins Ausland zog es die Tambouren, so ins französische Château-Thierry (1987) oder im Jahre 2013 die Reise zum Kärntner Trommelkorps in Österreich. Die Kärntner sind seither gern gesehene Gäste in Lenzburg, wie letztes Jahr am 34. Zentralschweizerischen Jungtambouren- und Pfeiferfest.
Der Verein bewährte sich aber auch als hervorragender Organisator von Tambourenfesten und Zusammenkünften. Erstmals bereits im Jahre 1924 mit einem interkantonalen Fest, von dessen Erlös Hüte und Trommeln angeschafft wurden. Das erste Zentralschweizerische Tambourenfest in Lenzburg fand 1934 statt, weitere folgten in den Jahren 1943, 1960, 1989, und zuletzt im Herbst 2017 mit dem grossen Umzug durch die Altstadt mit 36 Tambouren- und Pfeifercliquen aus acht Kantonen sowie dem Jugendspiel, der Stadtmusik und der Brass Band Imperial Lenzburg.
Jungtambouren sichern Zukunft
Das Fundament des Tambourenvereins bildet die seriöse Jungtambourenausbildung. Der jubilierende Verein zählt zurzeit 35 Aktivmitglieder und noch viel mehr Jungtambouren. Seit 1963 werden die Jugendlichen in abgestuften Ausbildungsklassen auf Vereinsniveau gebracht. Jährlich organisiert der Verein auch ein Lager für den Nachwuchs, mit dem klaren Ziel, die Trommelkunst auf hohem technischem und musikalischem Niveau zu pflegen.
Die Mädchen und Buben verbringen in den Frühlingsferien mit ihren Leitern fünf tolle Tage im Inforama Ins im Berner Seeland, verbunden mit viel Training und genauso viel Plausch. Ein Ausflug ins nahe gelegene Städtchen Murten am zweitletzten Tag gehört dazu wie die Rückkehr ins Städtchen mit einem – ja was wohl – Marsch durch die Altstadt.
Durch Proben, Auftritte und Wettspiele werden die jungen Trommlerinnen und Trommler gefördert, um ihnen die Freude am Trommeln zu vermitteln und damit den Weiterbestand des Vereins zu sichern.
Jubiläum auf dem Metzgplatz
Am Samstag, 5. Mai, ab 16 Uhr feiert der Tambourenverein sein 100-jähriges Bestehen auf dem Metzgplatz. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Ehrenmitglied Markus Moser hat ein interessantes Programm zusammengestellt (siehe Kasten).
Auf einem Stationenweg durch die Geschichte des Tambourenvereins mit vielen musikalischen Einlagen werden die ersten hundert Jahre Vereinsgeschichte aufgezeigt.
Und weil das Fundament dank der Jugendförderung intensiv gepflegt wurde, wird der Tambourenverein auch in den nächsten 100 Jahren viele Festivitäten und Umzüge mit ihren Trommelschlägen begleiten.



