Zeigen, was die Stadt zu bieten hat
Kultur: Die neue Plattform «We Love Lenzburg» will die kulturellen Angebote bekannter machen. Die Frage stellt sich: Braucht es das neben dem Online-Veranstaltungskalender der Stadt und den Agendaeinträgen in den Printmedien überhaupt? Ja, sagt Herausgeberin Silvia Dell’Aquila.
Ein Beitrag über den Ausbruch der Cholera im 19. Jahrhundert inklusive des Anbaus des Cholerahauses an das Schützenhaus im Jahr 1831, das «Stadtgespräch» über das Verhalten in den aktuellen Coronaviruszeiten oder Tipps zum «Kochen nach mittelalterlichen Rezepten» – wer die Homepage von «We Love Lenzburg» anklickt, findet verschiedenste Themen rund um die Stadt.
«Das ist es, was wir erreichen wollen», sagt Silvia Dell’Aquila, «Lenzburg hat so viel zu bieten. Die Leute sollen das sehen und erleben.» Dell’Aquila, aufgewachsen in Lenzburg und seit einigen Jahren wohnhaft in Aarau, ist von ihrem Projekt überzeugt.
Möglichst vollständiger Kalender
Dass beispielsweise die Stadt selbst auf ihrer Homepage einen Kalender führt und so viele Themen doppelt publiziert werden, lässt sie nicht gelten. «Von verschiedenen Seiten haben wir erfahren, dass der Veranstaltungskalender der Stadt nicht ganz dem entspricht, was sich die Kulturveranstalter wünschen.» Termine seien teilweise nicht vollständig aufgeführt und das Design sei etwas überholt.
Dell’Aquila: «Mit ‹We Love Lenzburg› haben wir den Anspruch, einen ansprechenden, möglichst vollständigen Kalender für die Stadt und die Region Lenzburg zu publizieren, vom Metalkonzert bis zum klassischen Kammerorchesterabend.» Dazu kämen die ausführlichen, wöchentlichen Veranstaltungshinweise, die mehr bieten als eine simple Terminauflistung. «Das Publikum soll mehr über das facettenreiche Kulturleben dieser Stadt erfahren, Tipps erhalten und so auch mal etwas Neues entdecken», so Dell’Aquila, die seit 2008 auch die Seite «We Love Aarau» betreibt.
Vorerst fehlt das Herzstück
Anfang März haben die Verantwortlichen die Seite aufgeschaltet, also kurz vor dem Start der Coronakrise. Kein guter Zeitpunkt für eine Kulturinformationsplattform. Das sieht auch Dell’Aquila im Rückblick so: «Es war ein Fehler, Anfang März die Seite aufzuschalten. Wir hatten schon einiges an Berichten und Verlosungen vor, was jetzt leider nicht stattfinden kann. Der Kalender ist das Herzstück der Webseite und deshalb fehlt ein grosser Teil des Inhalts.»
Andererseits konnte und kann man durch Rubrikbeiträge wie die «Zeitreise» in die Lenzburger Geschichte, das «Kuriositätenkabinett» aus dem Museum Burghalde oder auch den Medientipps aus der Stadtbibliothek viele Personen in dieser Zeit unterhalten. «Zudem haben wir versucht, auch praktisch zu unterstützen», betont Dell’Aquila. Auf der Facebook-Seite habe man eine Liste der Restaurationsbetriebe, die auf Take-away umgesattelt sind, aufgeführt, auf Instagram wurde der Hashtag #lächletrotzcorona lanciert.
6000 Franken vom Swisslos-Fonds
Unterstützt werden Dell’Aquila und ihr Team mit Olga Kuck (Redaktion) und Sara Müller-Bersciani (Support) von der Kulturkommission Lenzburg. «Es ist eine schöne Zusammenarbeit entstanden. Wir wurden beispielsweise an den Runden Tisch der Kulturschaffenden eingeladen. Wir stehen auch im Austausch mit der Kultursekretärin Andrea Bühler. Natürlich waren wir auch sehr froh um die Anschubfinanzierung, die wir als Vertrauensbeweis interpretieren.»
Aus dem Swisslos-Fonds hat das Projekt «We Love Lenzburg» zusätzlich einen Betrag von 6000 Franken erhalten. Damit wurden die Programmierung der Seite, das Aufsetzen des Designs wie auch die Konzeptionierung der verschiedenen Inhalte finanziert.
Und wie finanziert sich die Homepage in Zukunft? Dell’Aquila: «Der Betrieb der Seite, also Honorare für Autoren, Fotografen und den Support, werden wir durch die Aufschaltung von Werbung wie auch der Wohnungs- und Jobinserate finanzieren.» Man hoffe, dass die Rechnung aufgehen wird.
Adresse: www.welovelenzburg.ch







