Zehn Töpferinnen – eine Ausstellung
Seit rund 15 Jahren treffen sich 10 Künstlerinnen regelmässig, um sich auszutauschen. Ihr gemeinsames Hobby: Sie wühlen täglich «im Dreck». Jetzt findet im Müllerhaus zum ersten Mal eine gemeinsame Ausstellung statt.

Dreck, Lehm, Ton, Porzellan: Für die 10 Künstlerinnen ist es Faszination und Liebe, mit diesem natürlichen Material Kreativität auszuleben. An der Vernissage vom vergangenen Samstag, im Müllerhaus in Lenzburg, wurde diese Faszination von jeder einzelnen Künstlerin voller Freude vorgestellt. «Zehn Frauen, zehn Persönlichkeiten und zehn unterschiedliche Meinungen», fasste Hans Schweri in seiner Eröffnungsansprache die Charaktere der Künstlerinnen zusammen. «Gemeinsam töpfern und gegenseitig anstecken», fuhr Schweri fort, «und noch nie gab es weder Neid noch Missgunst.»
Zusammen fröhlich sein
Die Frauen arbeiten grundsätzlich jede für sich, machen eigene Ausstellungen und jede hat ihren eigenen Stil. Aber regelmässig treffen sie sich in Tina Amato’s Atelier in Gränichen. «Es sind lange Kaffeerunden, einfach mal zusammen schnäddere», verriet Schweri lachend, «aber dann kann es auch sehr ernsthaft werden.»
Die Vernissage zur Ausstellung «Zehn Töpferinnen» eröffneten Cristina Amato an der Violine und Gwendolyn Waber am Akkordeon. Die vielen Besucher drängelten sich durch die vier Räume, in jedem Raum sind sehr spannende Kunstwerke ausgestellt.
Jede Töpferin hat eine lange Erfahrung. So auch Sylvia Compton aus Unterlunkhofen. «Ich habe einfach so mal angefangen, dann aber kam die Leidenschaft», erzählte sie aus ihren Anfangszeiten. Heute hat sie einen eigenen Brennofen und ihre Objekte sind meistens in der Rakku-Technik erstellt. Rakku ist eine traditionelle Brenntechnik mit Ursprung in Japan. Das glasierte oder unglasierte Gefäss wird wegen der starken Rauchentwicklung meist im Freien gebrannt – entgegen dem herkömmlichen Verfahren Keramik zu brennen (langsames Abkühlen im geschlossenen Ofen). Das Grundmaterial Ton gibt es in unterschiedlichen Farben und kommt aus England, Frankreich oder auch Spanien.
«Die Ideen kommen meistens aus der Natur», verriet Künstlerin Yvonne Berger, «genaues Schaffen, die Formen und die Arbeitstechniken sind dann aber wichtig. Und natürlich daran feilen bis zum i-Tüpfelchen.»
Die interessante Ausstellung im Müllerhaus in Lenzburg dauert noch bis zum 26. März. Offen und frei zugänglich ist sie jeweils am Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 19 Uhr.



