Wie soll der Wald in der ­Freizeit genutzt werden?

Lenzburg Der Wald wird immer mehr zum vielfältigen Tummelfeld. Die Ortsbürgergemeinde will wissen, wie die Freizeitnutzung aus Sicht der Waldbesucher aussehen soll.

Suchen Meinungen der Waldnutzer: Stadtoberförster Matthias Ott und Vizeammann Andreas Schmid neben einem Plakat. Foto: Fritz Thut
Suchen Meinungen der Waldnutzer: Stadtoberförster Matthias Ott und Vizeammann Andreas Schmid neben einem Plakat. Foto: Fritz Thut

Gerade während der Pandemie wurde der Wald immer mehr aufgesucht. «Manche suchen hier Ruhe und Erholung, andere Action», bringt der zuständige Stadtrat von Lenzburg, Vizeammann Andreas Schmid, die unterschiedlichen Motivationen der Waldbesucher auf einen Punkt.

Wo solch unterschiedliche Ansprüche aufeinanderprallen, kann es Konflikte geben. Mit einer internetbasierten Meinungsumfrage will nun die Ortsbürgergemeinde Lenzburg, der selbst rund sechs Quadratkilometer Wald gehören, die Stimmung der Öffentlichkeit ausloten. Mit diesem «innovativen Partizipationsprojekt» wolle man «alle ansprechen, die den Wald nutzen, Einheimische und Auswärtige», so Stadtoberförster Matthias Ott.

Teilnahme via QR-Code

Die Besucher werden mit Infotafeln an den Waldzugängen auf die Umfrage aufmerksam gemacht. Durchs Einlesen des QR-Codes (etwa auf der Foto oben) landet man auf einer Internetseite, wo man – nach kurzer Anmeldeprozedur – seine Meinung zu den drei Bereichen Bedürfnisse, Aktivitäten und Infrastruktur kundtun kann.

Neben dem Anklicken von Zweierauswahlen wie beispielsweise «‹Ruhe geniessen› oder ‹Kein Pferdemist auf Waldstrassen›?» kann man eigene Ideen einspeisen, die wieder vom Schwarm der Teilnehmer beurteilt werden können. Technisch funktioniert die Umfrage mit der App «Citizentalk» der Firma Crowd­coach AG. Gründer Andreas Seonbuchner betont das «hierarchiefreie Mitmachen»: «Wir holen hier echte Meinungen ein.» Bereits ab zwanzig Teilnehmern können die im Hintergrund wirkenden Algorithmen laut Seonbuchner «valide Ergebnisse» liefern.

Die Umfrage soll bis zum Jugendfest laufen. Was mit den Antworten passiert, ist noch offen. Stadtrat Schmid: «Wir machen dann eine Auslegeordnung.» Ergebnisoffenheit ist das Gebot: «Wir wollen ermöglichen, dass etwas entsteht. Es wird interessant sein, auch die Unorganisierten zu hören», so Schmid.

Damit spricht der Vizeammann die sehr gut organisierten Extrempole zwischen Ruheoase und Sportrummelplatz der Waldnutzer an. Gibts mehr Feuerstellen, einen gesetzeskonformen Biketrail, mehr Ruhe für Wildtiere? Im Wald sind noch viele Fragen offen.

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