Werk vom «Skulpteur» im Rathaus
Die Kunstgesellschaft Lenzburg schenkte der Stadt ein Werk ihres Gründungsmitgliedes Jean-Louis Ruffieux, der 2013 verstorben ist.

Jean-Louis Ruffieux, der sich selbst stets als «Skulpteur» bezeichnete und verstand, hat in und um die Stadt Lenzburg, die zu seiner Heimat wurde, viele Spuren in Form von Kunstwerken im öffentlichen Raum hinterlassen. Vor vier Jahren ist er unerwartet im Alter von 66 Jahren verstorben.
Nun vermachte die Kunstgesellschaft Lenzburg, die der Künstler im Jahre 1983 mitgründete, der Stadt eine Figur. Ruffieux’ Witwe Jeanine und Daniel Strasser als Präsident der Kunstgesellschaft enthüllten im Rathaus das Werk aus grau-violettem Kalkstein. Ruffieux fertigte die Skulptur 1988 und verwendete dazu den «Marbre de Collombey» aus einem berühmten Walliser Steinbruch, dessen Material sonst in Kirchen Verwendung findet.
Von Körpern fasziniert
Offiziell hat das Geschenk keinen Namen, doch deutet die Skulptur Teile eines menschlichen Körpers an. «Er war immer fasziniert von Körpern», beschrieb Jeanine Ruffieux ihren Ehemann bei der offiziellen Übergabezeremonie. Ursprünglich habe er Arzt und Chirurg werden wollen. Dieses Vorhaben scheiterte an der Tatsache, dass der gebürtige Romand, der seinen «charmanten Akzent» auch im Lenzburger Exil nie verlor, kein Blut sehen konnte.
Das geschenkte Werk steht im Rathaus im ersten Stock, gleich neben dem Eingang des Stadtammann-Büros. Sehr zur Freude von Daniel Mosimann, denn der Lenzburger Ammann hat eine besondere Beziehung zu Jean-Louis Ruffieux, wohnte er doch längere Zeit im Ziegelacker gleich über dem Atelier des Künstlers. «Damals fand ein reger Austausch statt.» Seither habe er Ruffieux’ Figuren «liebend gern»: «Das ist keine sterile Kunst, sondern Kunst, die man berühren kann und die einen berührt.»
Die Donatorin, die Kunstgesellschaft Lenzburg, zählt aktuell etwa 70 Mitglieder, die sich jährlich zu vier bis sechs Anlässen, etwa Atelierbesuchen und Kunstreisen, treffen.



