«Weltweit neue Standards» durch die Messer Schweiz AG aus Lenzburg

Energie der Zukunft In Lenzburg wurde eine weltweit einzigartige Wasserstoff-Tankstelle eingeweiht.

Hans Michael Kellner, CEO der Messer Schweiz AG, erklärt, wie die Tankstelle funktioniert. Foto: Rinaldo Feusi

Hans Michael Kellner, CEO der Messer Schweiz AG, erklärt, wie die Tankstelle funktioniert. Foto: Rinaldo Feusi

Für Dieter Egli hat Innovation einen hohen Stellenwert im Kanton Aargau.Foto: Rinaldo Feusi

Für Dieter Egli hat Innovation einen hohen Stellenwert im Kanton Aargau.Foto: Rinaldo Feusi

Jules Verne beschrieb 1874 in einem Dialog seiner Romanfiguren erstmals die Möglichkeit, Wasserstoff und Sauerstoff als Energiequelle zu nutzen – sollte die Kohle einmal ausgehen. Heute ist Wasserstoff als Energieträger in weiten Teilen der Wirtschaft und auch in der Mobilität angekommen. Kohle ist zwar noch lange da – in Deutschland dient sie heute wieder sozusagen als das «Rückgrat» in der Energieversorgung. Und trotzdem lohnt es sich, den Fokus besser auf Wasserstoff zu setzen. Wasserstoff ist sauberer, wirtschaftlicher und im wahrsten Sinne des Wortes ein «Dauerbrenner». In Lenzburg wurde am 1. Juli eine Innovation vorgestellt, die «weltweit neue Standards» setzt, schreibt es die Messer Schweiz AG in einer Medienmitteilung.

Weltweit einzigartig

Der Standort Lenzburg der Messer Schweiz AG produziert jährlich gut 350 Tonnen Wasserstoff. Um diese Zahl in ein Verhältnis zu stellen: In der Schweiz sind Stand heute etwa 50000 mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge unterwegs. Mit dem Wasserstoff aus Lenzburg wäre es möglich, den gesamten Energiebedarf für diese 50000 Fahrzeuge zu decken. Die Technologie wird viele Grössen der heutigen Wirtschaft ablösen – wo sie es nicht schon getan hat. An der Seonerstrasse wurde nun eine Wasserstoff-Tankstelle eingeweiht, die geräusch- und vibrationsfrei arbeitet. Die Tankstelle ist weltweit einzigartig. Hinter einem grauen Kasten versteckt sich die Magie: Der Apparat verfügt über einen Verdichter mit Abwärmenutzung. Dieser macht die Betankung äusserst ressourcenschonend und es braucht keinen weiteren Strom. Durch die lärmemissionsfreie Bedienung tun sich für die Technologie neue Denkweisen auf. Weswegen «das Setzen weltweit neuer Standards» kein Marketing-Sprech ist, sondern tatsächlich stimmen kann. «Diese Maschine steht jetzt hier im Industriegebiet. Aber sie könnte auch inmitten eines Wohnquartieres stehen», erklärt Messer-Schweiz-Geschäftsführer Hans Michael Kellner den anwesenden aus Branche, Politik und Medien. Der Verdichter stammt aus der Feder von GRZ Technologies, einem Spin-off der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL).

Bedeutung von Wasserstoff wird weiter zunehmen

Neben Partnern der Messer Schweiz AG und den Journalisten waren auch diverse Persönlichkeiten aus der Politik an der Präsentation anwesend. Aus Hendschiken kam Mitte-Nationalrätin Maya Bally, aus Lenzburg Stadtammann Daniel Mosimann (SP) und für den Kanton Regierungsrat Dieter Egli (SP). Letzterer richtete einige Worte an die Mitarbeitenden der Messer Schweiz AG. Als «blutigen Laien» im Bereich der Chemie bezeichnete er sich zu Beginn seiner Ansprache. «Fatalerweise kann ich Luft und Gas nicht voneinander unterscheiden. Weswegen ich auch nicht hier bin, um heisse Luft zu produzieren», richtete er sich an die Anwesenden. Als Volkswirtschaftsdirektor des Aargaus wolle er aber doch noch ein paar Worte sagen. Bis etwa 2040 soll der gesamte öffentliche Verkehr im Aargau dekarbonisiert sein. In Zahlen wären das gut 400 Busse. «Vor allem bei Bussen, die eine hohe Reichweite haben, werden wir auf Wasserstoff setzen.» Die neue Tankstelle der Messer Schweiz AG bezeichnete er auch aus diesen Gründen als «nachhaltige Hightech-Entwicklung par exellence». Ihm sei bewusst, dass die grössten Fortschritte von der Industrie kämen und nicht aus der Politik, da sich diese immer wieder in ideologische Diskussionen und «Nicht-Diskussionen» verstricke. «Ich bedanke mich deshalb bei der Messer Schweiz AG und den anderen Unternehmen für ihren Innovationswillen», meinte er weiter. «Wir vom Kanton sind glücklich, Sie bei uns zu haben.»

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