Weitere 60 Zellen sind bereit
Gleich zwei Regierungsräte eröffneten diese Woche den Erweiterungsbau des Zentralgefängnisses. Sechs Jahre nach Eröffnung von Bau A stehen nun zusätzliche 60 Zellen zur Verfügung.

Das Zentralgefängnis in Lenzburg, in unmittelbarer Nähe der Strafanstalt, ist für Personen in Untersuchungshaft und mit kurzen Haftstrafen vorgesehen. Es ergänzt die Justizvollzugsanstalt (JVA) zu einem der grössten Betriebe seiner Art im Land. Mit den nun eingeweihten neuen 60 Zellen im Zentralgefängnis-Bau B bietet die JVA Lenzburg total 380 Gefangenen Platz.
«Ich hätte nie geglaubt, in meiner Amtszeit nochmals bei der Einweihung eines Gefängnisneubaus dabei zu sein», blickte Justizdirektor Urs Hofmann auf die kurze Zeitspanne seit Eröffnung des Baus A im Jahre 2011 zurück. Doch: Der Bedarf an Haftplätzen habe sich im Aargau und in der Schweiz in den letzten Jahren «erheblich erhöht», so Hofmann.
Über 25 Millionen Franken teuer
Nicht nur der Zulauf von neuer «Kundschaft» machte den Neubau in Lenzburg nötig. 34 der 60 frischen Zellen sind als Ersatz für die veralteten Bezirksgefängnisse in Bad Zurzach, Bremgarten und Laufenburg gedacht.
Obwohl Regierungsrat Hofmann «das rare Geld lieber in zukunftsgerichtetere Projekte investieren würde», war die Erweiterung dem Bedürfnis entsprechend im Kantonsparlament nicht gross umstritten. «Der Grosse Rat hat dem Projekt im Frühling 2015 ohne Gegenstimme grünes Licht gegeben», so Hofmann an der Einweihungsfeier.
Das Departement seines Amtskollegen Markus Dieth war nun mit der Umsetzung betraut und der neue Finanzdirektor zeigte sich zufrieden, dass der Bau B «nach gerade einmal eineinhalb Jahren Bauzeit für den Strafvollzug freigegeben werden könne».
Bevor in den nächsten Wochen die Gefangenen einquartiert werden, konnten die Einweihungsgäste einen Blick in Zellen und Nebenräume werfen. Die Türen sind hier in einem freundlichen Lindengrün gehalten und die Zellenwände sind nicht mehr grau wie in Bau A, sondern fast weiss: «Damit wirken die Zellen grösser», wie JVA-Direktor Marcel Ruf auf dem Rundgang erwähnte. In den vier in sich abgeschlossenen Trakten mit je 3 Doppel- und 9 Einzelzellen stehen den Gefangenen Gemeinschaftsduschen und ein kleiner, steriler Spazierhof zur Verfügung. Gemäss Bruno Graber, dem Leiter des Zentralgefängnisses, bleiben hier die Gefangenen durchschnittlich 3 Monate, maximal ein Jahr. Sie erreichen den Bau B unterirdisch von Bau A. «Ein Gefängnis hat möglichst wenige Türen», so Graber.



