Wasserkraft ist ein Schweizer Trumpf
Der jüngste Energie-Apéro in Lenzburg war dem Thema Wasserkraft gewidmet.

Am Energie-Apéro in Lenzburg standen die Wasserkraft und deren Zukunft im Zentrum. Die beiden Referenten Roger Pfammatter und Nick Zepf zeigten Chancen und Herausforderungen des Energieträgers Wasser für die Schweiz auf, aber auch die Probleme in einem sich wandelnden Energiemarkt-Umfeld.
Gian von Planta, Mitglied der Geschäftsleitung SWL Energie AG, Lenzburg, durfte im Gemeindesaal an die 100 Gäste sowie die beiden Referenten zum Energie-Apéro begrüssen.
Marktpreis als Herausforderung
Mit der provokativen Frage «Schweizer Wasserkraft – Auslaufmodell oder Zukunftsmusik?» leitete Roger Pfammat-ter, Geschäftsführer des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes, seinen Vortrag ein. Die Energiebranche sei im Umbruch und wohin die Reise gehe noch unklar. 60 Prozent unserer Energie stammt aus Wasserkraft, der grosse Rest von Atomkraftwerken und wenige Prozente von Erneuerbaren. Wasserkraftist dank flexibel zu- und abschaltbaren Pumpspeicherwerken bei kurzfristigen Schwankungen unschlagbar. Ausserdem hat sie die beste Klima- und Umweltbilanz und eine hohe soziale Akzeptanz. Die Herausforderung liegt jedoch im zusammengebrochenen Marktpreis von3 bis 4 Rappen pro Kilowattstunde, der weder Gestehungskosten noch Zubaukosten deckt und damit die Substanz gefährdet. Fazit: Es braucht neue Marktmechanismen.
Nick Zepf, Leiter Axpo Unternehmensentwicklung, ging noch weiter auf das verzerrte Marktumfeld ein, auf Vollkosten, die nur zu 50 Prozent gedeckt sind und die in den nächsten Jahren dominomässig die Unternehmen zu Fall bringen könnten. Übersubventionierte erneuerbare Energien, mit Einspeisevorrang und Kosten- und Risikodeckung stehen den «klassischen» Energieträgern gegenüber.
Für Zepf steht fest: «Die Wasserkraft ist das Rückgrat der Schweiz. Sichert was ihr habt und tragt ihm Sorge.» Dazu braucht es aber kostendeckende Preise und ein entsprechend «neues» Marktumfeld für die Wasserkraft. (bmau)



