Was tun mit der 70-jährigen Orgel?
Kirche Die 1950 in die Kirche Herz Jesu Lenzburg eingebaute Orgel ist sanierungsbedürftig. Renovieren oder ersetzen, so lautet die Frage. An einer Infoveranstaltung zeichnete sich ein klarer Trend ab.

Der Satz «70 Jahre alt und kein bisschen müde» gilt bestimmt nicht für die Orgel in der katholischen Kirche Lenzburg. An einer Infoveranstaltung legte die Kirchenpflege den Sachverhalt offen dar.
Verschiedene Gutachten
Vorhanden sind drei verschiedene Gutachten zu verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Fachleuten. Jürg Brunner, sowohl Komponist wie Organist, Juror und Leiter diverser Projekte wie Orgelbauten und Orgelreisen, veranschaulichte den Zustand der Orgel. Der beigezogene Fachmann beleuchtete einzelne bauliche Details und findet das Musikinstrument gesamthaft als technisch veraltet, teilweise abgenutzt sowie ästhetisch unbefriedigend. Während eine Totalsanierung gegen 250000 Franken kostet, schätzt Brunner die Kosten für einen Neubau auf rund eine Million Franken.
Die Kirche Herz Jesu wurde im Jahre 1934 errichtet. Damals war es auf Grund der hohen Bauschuld nicht möglich, auch gleichzeitig eine Orgel einzubauen. Erst am 30. April 1950 konnte die 104000 Franken teure Orgel eingeweiht werden. Alle bisherigen Revisionen ohne die jährlichen Wartungskosten addieren sich auf knapp 390000 Franken.
Lösungen vertieft beleuchten
Das bestehende Musikinstrument gilt nicht als schutzwürdiges Objekt. Die Präsidentin der Orgelkommission, Kirchenpflegerin Maria Bühlmann, stellte eine Renovation einem Neubau gegenüber. Eine Renovation wäre rascher umsetzbar und käme mit tieferen Kosten daher. Allerdings wird die Frage nach einem Neubau für die nächste Generation aufgeschoben. Unverändert blieben die engen Platzverhältnisse auf der Empore.
Ein Neubau löst ein Submissionsverfahren aus, verbunden mit dem Vorteil, dass in der Ausschreibung weitere Kriterien formuliert werden können, wie zum Beispiel die Gestaltung der Empore oder ein fahrbarer Orgeltisch. Die finanzielle Belastung könnte auf mehrere Jahre verteilt werden. «Mit einem Neubau würden wir zu einem modernen, der neusten Technik entsprechenden Instrument kommen», findet Maria Bühlmann.
An der Orientierung wiesen Mitglieder des Kirchenchores eindringlich auf die engen Platzverhältnisse auf der Empore hin. Diese könnten mit einem Neubau verbessert werden. Konsultativ äusserten sich die Anwesenden überwiegend für einen Neubau.
Die Kirchenpflege und die Orgelkommission planen, der Kirchgemeindeversammlung vom 30. November eine ausgereifte Vorlage zu unterbreiten.



