Vom Stapferhaus wieder zum Bernerhaus
Schloss Das Bernerhaus auf Schloss Lenzburg, das bis letzten Sommer als Stapferhaus diente, ist für 1,8 Millionen Franken saniert worden und beherbergt neu das «Schloss-Bistro» sowie Räume für Seminare und Events.

Es wird noch gebohrt, gemalt, aufgeräumt, Mulden werden gefüllt und Kachelöfen definitiv platziert. Die Bauhandwerker wissen um den nahen Endtermin der Sanierungsarbeiten. Denn übermorgen Samstag, 30. März, ab 10 Uhr steht das Schloss Lenzburg nach der Winterpause Besuchern wieder offen.
Das «Schloss-Bistro» lässt sich nicht mehr im Palas finden, sondern im ehemaligen Bernerhaus. Die Institution Stapferhaus hat letztes Jahr ihren Neubau am Lenzburger Bahnhofplatz bezogen. Es galt, die leeren Räumlichkeiten im Bernerhaus neu zu nutzen und mit Leben zu füllen.
Flexibel nutzbare Räume
Der Stiftung Schloss Lenzburg unter der Leitung von Stadtammann Daniel Mosimann kann man mangelnden Mut nicht zuschreiben. In Verbindung mit den beiden Rittersälen sollen auf dem Schloss Events aller Schattierungen möglich werden, wie Seminare, Versammlungen, Apéros bis hin zu Familienfesten.
Architekt Hansruedi Urech (Brugg) und Projektleiter Immobilien Aargau Sandro Hächler haben in enger Zusammenarbeit mit Jonas Kallenbach von der kantonalen Denkmalpflege das Potenzial des Bernerhauses ausgeschöpft. Im Erdgeschoss ist das an das Hotel Krone verpachtete «Schloss-Bistro» mit Selbstbedienung eingerichtet, wobei die Küche weiterverwendet wird.
Das Zwischengeschoss verfügt über einen flexibel nutzbaren Raum sowie eine Galerie, während im Obergeschoss zwei Räume vorhanden sind, die ebenfalls gemietet werden können. «Die Lage des Bernerhauses ermöglicht Blicke in die Ferne», erwähnt Sandro Hächler und kommt dabei leicht ins Schwärmen. Bei vorteilhaftem Wetter kann der Aufenthalt in der Gartenwirtschaft im Barockgarten genossen werden. Und Seminarteilnehmer können den anstrengenden Tag neben Rosen bei untergehender Sonne mit einem Glas Wein ausklingen lassen.
Bewegte Geschichte
Im Jahr 1600 entstand unter Federführung der Berner an der Südwestseite der Schlossanlage ein neuer, zweigeschossiger Ökonomiebau, das sogenannte Bernerhaus. Ursprünglich diente es als Futterlager, wobei auch Getreide gemahlen wurde. Nutzungen wechselten sich munter ab. Von 1822 bis 1853 diente das Erdgeschoss als Schulraum für das Knabeninstitut von Christian Lippe.
Für 1,8 Millionen Franken ist das leere Gebäude nun nach denkmalpflegerischen Grundsätzen saniert und restauriert worden. Nach den Fassaden im Frühling folgten die Dachkonstruktion im Sommer und ab Herbst die Bauarbeiten im Innern. Architekt Hansruedi Urech blickt gerne zurück auf das, was geschaffen wurde.
Stadtammann Daniel Mosimann ist überzeugt vom neuen Konzept, das bestimmt Anklang finden wird. Lenzburg ist um eine Perle reicher.



