Vom Glück, ein Lenzburger zu sein

Zur bereits zwölften Ausgabe von «Lenzburg persönlich» am letzten Sonntag im Literaturhaus empfingen die zahlreich erschienenen Besucher gleich drei neue Gesichter.

Im Gespräch: Moderator Tinu Niederhauser mit Sarah Dössegger und Ueli Schneider. Foto: StO
Im Gespräch: Moderator Tinu Niederhauser mit Sarah Dössegger und Ueli Schneider. Foto: StO

Unter der Leitung des Kommunikations- und Mediencoachs Tinu Nie-derhauser gaben Zivilstandsbeamtin Sarah Dössegger und Kunstschmied Ueli Schneider Einblicke in ihre Lebenswelten. Ein Gespräch von Lenzburgern für Lenzburger über Lenzburg und das Glücklichsein.

Was gibt es Schöneres, als sich an einem verregneten Novembermorgen im Müllerhaus einzufinden, den Geschichten und Anekdoten aus dem Leben interessanter Mitbürger zu lauschen und dabei ganz neue Seiten der eigenen Heimatstadt zu entdecken? Wohl kaum etwas. Das bewiesen die überaus zahlreich erschienenen Besucher der letzten Ausgabe von «Lenzburg persönlich» für dieses Jahr. Denn wenn es um Lenzburg geht, erscheinen die Lenzburger in Scharen. An die 100 Gäste sprengten die räumlichen Kapazitäten des klassizistischen Festsaals mit der rosaroten Tapete in Stilkopie. Zu gross das Interesse am eigenen Lebensraum.

Und dennoch: Von Glück konnte nicht nur sprechen, wer noch einen Sitzplatz ergatterte. Dafür sorgte Gesprächsmoderator Tinu Niederhauser, der in dieser Ausgabe sein Debüt als Moderator der Reihe feierte und mit einem gekonnt humorvollen Einstieg in die rund einstündige Gesprächsrunde startete. Er liess dabei mit den grossen Fragen nicht lange auf sich warten.

Was macht es aus, das Glücklichsein? Was wäre, wenn alles anders wäre? Bin ich eigentlich glücklich?

«Das Glück muss man packen. Ab und zu hat man auch mal einen Taucher. Es braucht immer eine Niederlage, um das wahre Glück schätzen zu können», meint der 1970 aus Niederlenz in die Stadt emigrierte Kunstschmied Ueli Schneider mit dem sympathischen Lachen.

Für Sarah Dössegger liegt das Geheimnis des Glücks hingegen in der Geduld. Und die scheint die blonde Beamtin auch zu haben. Jung und zielstrebig geht die in Lenzburg aufgewachsene Stier-Dame ihren Weg, ja wurde gar vom Glück gefunden und liebt das Jugendfest genauso wie ihre Lackschühchen und Aerobic.

Als Mrs. Perfect würde die Sportskanone sich jedoch keinesfalls bezeichnen, denn perfekt sei bekanntermassen ein Anhang von langweilig, stellt die 32-Jährige klar. Trotz aller umfassenden Zufriedenheit: Für die Urlenzbur-gerin sind das Leben und das Sterben in Lenzburg mit Abstand die grössten Privilegien. Und mit dieser Meinung war sie an diesem Morgen ganz sicher nicht alleine.

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