Voller Energie: Gold im Mund

Das vergoldete Kunstwerk: «Midas Wish» (2021) von Aletheia Zoeÿs. Foto: Museum Burghalde
Das vergoldete Kunstwerk: «Midas Wish» (2021) von Aletheia Zoeÿs. Foto: Museum Burghalde

Über unseren Ressourcenverbrauch nachzudenken, kann schon ab und an Kopfzerbrechen bereiten. Schon dem sagenumwobenen Herrscher Midas rief Verschleiss jeglicher Art Zähneknirschen hervor – wortwörtlich: Um seine unendliche Gier zu stillen, wünschte er sich nämlich von den Göttern, dass sich alles, was er anfasste, in Gold verwandelte. Dumm nur, dass auch die Fruchthappen just in dem Moment, als sie in seiner Mundhöhle verschwanden, zu Gold im Mund wurden.

Sein gigantischer Geiz wurde nur von seiner eigenen Dummheit getoppt. Deswegen wurden ihm nämlich von Apollon, dem Gott der Künste, die Ohren lang gezogen. Die Schmach der Eselsohren sollte niemand erfahren, wurde aber dennoch vom königlichen Barbier in die Binsen geflüstert, so dass es schlussendlich die ganze Welt erfuhr. Übertragen auf unser Thema ist die sogenannte «Binsenwahrheit» also: «Es ist nicht alles Gold, was glänzt».

Vergoldete Konservenbüchse

Künstlerisch umgesetzt hat obigen Gedankengang die Baslerin Aletheia Zoeÿs in ihrem kleinformatigen Kunstwerk «Midas Wish» (2021). Höchst ästhetisch bewirbt die historisierende Etikette die göttlich-goldenen Fruchthälften und deren verjüngende Wirkung – eingemacht in einer vergoldeten Konservenbüchse. Das afrikanische Erbe Zoeÿs’ dürfte der Aussagekraft umso mehr Brisanz verleihen.

In der neuen Sonderausstellung «Voller Energie» des Museums Burghalde mag das kleinformatige Kunstwerk bei der Themeninsel zum übermässigen Ressourcenverbrauch wohl zum Nachdenken anregen. Des Reichtums an sauberem flüssigem Gold wird man sich in diesem szenografischen Kontext umso deutlicher bewusst.

«Voller Energie». Hier stellen Mitarbeitende des Museums Burghalde Lenzburg jeweils in der ersten Ausgabe des Monats spannende Geschichten und originelle Fundstücke aus dem weiten Themenfeld «Energie» vor.

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