Viele Tore, viele Punkte, wenig Fans

Fussball Bereits ist über ein Drittel der 2.-Liga-Meisterschaft absolviert. Die Lenzburger führen die Tabelle an. In der dritten Saison nach dem Abstieg aus der Inter-Gruppe ist der FCL definitiv wieder ein Spitzenteam.

<em>«Es macht Freude»:</em> Lenzburg-Trainer Emilio Munera grüsst mit seiner Truppe von der Spitzenposition der 2.-Liga-Tabelle. Foto: Ruedi Burkart
<em>«Es macht Freude»:</em> Lenzburg-Trainer Emilio Munera grüsst mit seiner Truppe von der Spitzenposition der 2.-Liga-Tabelle. Foto: Ruedi Burkart

Bilanz: 10 Spiele/25 Punkte/31:6 Tore/Rang 1 (Aufstiegsplatz).

Ausgangslage: Der FCL steht trotz zahlreicher verletzungsbedingter Absenzen drei Partien vor Beginn der Winterpause ganz vorne in der Tabelle. Mit ein Grund: Noch nie seit dem Abstieg in die regionale 2. Liga im Sommer 2017 hatten die Lenzburger eine ähnlich solidarisch auftretende Mannschaft. «Es macht Freude mit den Jungs. Alle ziehen am selben Strang», lobt Trainer Emilio Munera (48) sein Personal.

Stimmungslage des Trainers: Könnte kaum besser sein. «Dass wir erfolgreich spielen, ist auch die Folge von harter Arbeit in den Wochen vor dem Saisonstart», sagt Munera, der beim FCL auf die vergangene Rückrunde übernommen hatte. Stehe man oben in der Tabelle, laufen viele Dinge einfacher als wenn es harzt. «Es kann aber auch einmal drehen», hebt der Trainer den Warnfinger. Wie gefestigt eine Mannschaft wirklich ist, zeigt sich erst dann, wenn der Erfolg ausbleiben sollte.

Erfreulich: Der FC Lenzburg verwöhnt seine Fans vor allem in den Heimspielen. Alle vier bisherigen Partien auf der Wilmatten haben die Bezirkshauptstädter gewonnen, dies mit einer sagenhaften Tordifferenz von 16:1.

Enttäuschend: Der Publikumsaufmarsch an den bisherigen Heimpartien ist gelinde gesagt ernüchternd, nur einmal wollten über 100 Zuschauer die Lenzburger am Werk sehen. Dies trotz Offensivspektakel. Bemerkenswertes Detail: In den Auswärtspartien spielt der FCL vor mehr Schaulustigen.

Das Fragezeichen: Sturmspitze Fidan Tafa trägt die offensive Last auf seinen Schultern. Bisher meisterte er diese Aufgabe problemlos, erzielte 13 Tore. Doch was, wenn sich der 30-jährige Lenzburger Torminator dummerweise verletzen sollte? Oder wenn er in der Winterpause von einem höherklassigen Verein abgeworben wird? Unvergessen: Vor einem Jahr erlag Tafa dem Lockruf von Rotkreuz aus der 2. Liga inter, kehrte ein halbes Jahr später indes zum FCL zurück. Dazu Munera: «Ich kenne die Gründe nicht, die vor einem Jahr zu seinem Abschied führten. Mir hat Tafa im Gespräch versprochen, dass er bleiben werde und helfen wolle, in Lenzburg etwas aufzubauen.»

Das nächste Spiel: Am kommenden Samstag, 12. Oktober, empfängt der FC Lenzburg Aufsteiger Schönenwerd-Niedergösgen (17 Uhr, Wilmatten).

Prognose der Redaktion: Die Lenzburger haben ein kompetitives Kader, ein harmonierendes Trainergespann und einen ambitionierten Vorstand. Sie sind ein ganz heisser Kandidat für den Gruppensieg. Aber: Ob es schon im kommenden Frühling zum anvisierten Aufstieg reichen wird? Man wird sehen.

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