Verkehrssysteme kennen keine Gemeindegrenzen

Der Kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV), gemeindeübergreifend über Lenzburg, Staufen und Niederlenz ausgearbeitet, liegt vor. Die Bevölkerung ist aufgerufen, das umfassende Planwerk einzusehen und sich zu äussern.

Defizit: Der südliche Dorfteil von Staufen ist mit dem Bus noch nicht erschlossen. Foto: Alfred Gassmann
Defizit: Der südliche Dorfteil von Staufen ist mit dem Bus noch nicht erschlossen. Foto: Alfred Gassmann

Im Wissen, dass der Verkehr keine Gemeindegrenzen kennt, haben die Behörden von Staufen, Niederlenz und Lenzburg beschlossen, den notwendigen KGV gemeinsam zu erarbeiten. Im Juni 2014 erteilten die Gemeindeversammlungen Staufen und Niederlenz sowie der Einwohnerrat Lenzburg grünes Licht, die umfangreiche Arbeit als eine Einheit anzupacken. Es gilt, die Aufgaben der Verkehrsentwicklung der drei Gemeinden zu lösen, um die notwendigen Investitionen koordiniert einzusetzen.

Die Palette des Gesamtplans ist breit: ruhender Verkehr, Veloverkehr, Fussverkehr, motorisierter Individualverkehr, öffentlicher Verkehr, kombinierte Mobilität, Verkehrssicherheit und Mobilitätsmanagement. Die Arbeiten wurden dem Büro Ernst Basler + Partner AG, Zürich, übertragen und in den Jahren 2015 und 2016 ausgeführt. Nun ist die Bevölkerung bis am 5. Mai eingeladen, das Planwerk einzusehen und sich zu äussern. Die 156 Seiten des Schlussberichts samt Anhang dürfen nicht vor dem Studium zurückschrecken. Er ist klar gegliedert in Ausgangslage, Analyse, Ziele, Massnahmen und Umsetzung/Kontrolle.

Die drei Gemeinden wachsen von heute 16600 auf 20250 Einwohner im Jahr 2030. In Staufen wohnen dann 3400 Personen, in Niederlenz dürften es rund 5300 sein. Lenzburg wird bis 2030 rund 11500 Einwohner zählen. Die planerischen Arbeiten waren massgebend auch auf die Bevölkerungszunahme abzustützen. Unausweichlich wird, den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr zu fördern. Die Fahrplanstabilität der Regionalbusse ist zu gewährleisten.

Ferner wollen die Planer die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöhen, die Umweltbelastungen beschränken und mithelfen, die finanziellen Mittel optimal einzusetzen. Das Planungsbüro wurde von einer breit abgestützten Gruppe begleitet.

Kosten werden später ermittelt

Die Planer schlagen im Bericht weit über 100 Massnahmen vor: Von A wie Aufwertung Strassenraum bis Z wie neue Bahn-Haltestelle Zopfweg. Vorgeschlagen wird ein neuer Veloweg vom Lenzburger Westquartier bis zur Coop-Verteilzentrale. Ausgeführt werden sollte die neue Veloroute entlang des Aabachs von Lenzburg bis Wildegg. Für die Fussgänger sollte der Dammweg vom «Im Lenz» bis zur Mehrzweckhalle ausgebaut werden. Um den Schleichverkehr ins Industriegebiet Lenzhard in Niederlenz zu verhindern, wird angeregt, den Lenzhardweg siedlungsorientiert umzugestalten.

Auf der Seonerstrasse sollten zusätzliche Querungsmöglichkeiten für den Fuss- und Veloverkehr geschaffen werden. Im Bericht wird darauf hingewiesen, dass der südliche Dorfteil von Staufen mit dem Bus nicht erschlossen ist und studiert werden sollte.

Die Kosten der über 100 Massnahmen sind später zu ermitteln. Um den Bericht in der ganzen Tiefe und Breite zu verstehen, laden die drei Gemeinden zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein auf Donnerstag, 27. April, um 19 Uhr im Alten Gemeindesaal, Lenzburg. Die Teilnahme ist über stadtbauamtlenzburg.ch anzumelden.

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