Vereint in der Liebe zur Stadt Lenzburg
Talk Im Müllerhaus trafen sich Philipp Gloor und Stefan Zantop zum «Lenzburg Persönlich».
Zweimal jährlich, im Frühling und im Herbst, empfängt das Müllerhaus die städtische Prominenz zum ungezwungenen Plausch über Gott und die Welt, über Aktuelles, Brisantes und das Leben in Lenzburg. «Lenzburg Persönlich» zeigt die Menschen hinter den Namen.
Tinu Niederhauser sprach in der 18. Auflage mit Landschaftsarchitekt Stefan Zantop und Geschäftsführer der Realit Treuhand AG Lenzburg, Philipp Gloor, über ihr Leben, die Stadtentwicklung und ihre Bausünden und über den Heimatbegriff. Mit Zantop und Gloor begegnen sich erstmals zwei Männer aus Lenzburg, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Was sie verbindet, ist die Liebe zur Stadt Lenzburg.
Als Landschaftsarchitekt gestaltet Stefan Zantop Lebensräume und gibt öffentlichen Freiräumen wie Parkanlagen, Strassen oder Neubaugebieten ihre Form. Zwar verliess Zantop bereits 2017 nach zwölf Jahren die politische Bühne Lenzburgs als langjähriger Protagonist der Grünen-Ortspartei. Seinen Werten bleibt er jedoch treu. Stefan Zantop war Vorstandsmitglied der Musikalischen Begegnungen Lenzburg.
Zantops Projekte streben vor allem nach kultureller Entwicklung. Den baulichen Veränderungen in Lenzburg steht der Generalist mit Sinn für die grossen Zusammenhänge gelassen gegenüber und sieht in ihnen gar eine Chance zur kulturellen und sozialen Weiterentwicklung. An Entfremdung der Bürger von ihrer Stadt glaubt Zantop nicht.
«Städte sind nie fertig gebaut. Was die Verdichtung angeht, ist in Lenzburg noch wahnsinnig viel Luft nach oben. Es reicht ein Blick in ausländische Städte. Da herrscht ein ganz anderer Druck.» Was es brauche, sei die Pflege der Identität einer Stadt und die geschickte Koordination und Integration von Baumassnahmen in die Gesellschaft. Die «Transformator»-Projekte der Kulturkommission setzten genau an diesem Punkt an.
Der Verkehr als Problem
Das eigentliche Problem in Lenzburg sei der Verkehr in und um die Stadt. Der Ringstrasse Nord fehle es an Kapazitäten zur Rushhour. Die Strassenführung hätte eleganter gelöst werden können, wenn man realisiert hätte, wie schnell die Stadt wächst, meint Philipp Gloor, der in Lenzburg aufgewachsen ist, seit 27 Jahren hier arbeitet und nun in Seengen wohnt.
Eigentlich wollte Philipp Gloor Philosophie studieren und nach St. Gallen auswandern. Heute führt der 54-jährige Revisionsexperte und Liegenschaftsverwalter die Realit Treuhand AG mit Hauptsitz in Lenzburg und Niederlassung in Aarau und beschäftigt rund 50 Mitarbeitende. Bodenständig und zielsicher sucht Gloor die Herausforderung im Job, beim Sport und schätzt und nutzt als Liberaler und Mitglied der FDP gerne seinen unternehmerischen Spielraum.
Liberal in unternehmerischen Fragen, folgt Gloor auch gerne konservativen Spuren. Emotional wird er jedoch nur bei der Heimatfrage. «Heimat, das sind die Berge, die Täler, die Seen, die Alphörner und die wunderbare Landschaft im Seetal. Dann komme ich nach Hause», schwärmt Gloor.
So unterschiedlich die beiden Gäste auch sind, mit geschickter und durchwegs humorvoller Moderation schlägt Moderator Tinu Niederhauser die Brücke. In einer Frage sind sich Zantop und Gloor einig: Lenzburg ist das Beste, was uns allen passieren kann.



