Verein Pro Lenzburg vor dem Ende

Standortförderung Zum 10-Jahr-Jubiläum des Vereins Pro Lenzburg gibt es keine Feier, sondern die Auflösung. Die Nachfolgeorganisation des Verkehrs- und Verschönerungsvereins findet keine Zugpferde mehr und hadert mit ihrem nicht mehr benötigten Zweck.

Energie und Zeit fehlen: Philipp Anliker, scheidender Präsident von Pro Lenzburg, neben dem Chlausbrunnen in der Altstadt. Archivfoto: Fabio Baranzini
Energie und Zeit fehlen: Philipp Anliker, scheidender Präsident von Pro Lenzburg, neben dem Chlausbrunnen in der Altstadt. Archivfoto: Fabio Baranzini

Gegründet ein Jahr nach der Auflösung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Lenzburg 2012, könnte der Verein Pro Lenzburg heuer sein 10-Jahr-Jubiläum feiern. Könnte, denn auf der Einladung für die Generalversammlung vom 9. März steht als Traktandum 5 «Zukunft des Vereins».

Zeit und Energie fehlen

Dies ist eine verschleiernde Umschreibung für die Auflösung des Vereins, die nun beschlossen werden soll. Präsident Philipp Anliker bestätigt: «Es ist dies tatsächlich die letzte GV; im Vorstand fehlen Zeit und Energie für weitere Aktivitäten.» Aufrufe an neue Kräfte, sich zu melden und mitzuhelfen, verhallten bisher ungehört.

Das Handtuch wird mit Ansage geworfen. Schon an der letzten GV im Juni 2022 verkündete Anliker den anwesenden 17 von 155 Mitgliedern, dass der Vorstand beschlossen habe, in corpore zurückzutreten und den Verein aufzulösen, falls sich kein neuer Vorstand bildet. Aktuell, wenige Wochen vor der nächsten Pro-Lenzburg-Versammlung, ist keine Lösung in Sicht.

Niemand vermisste den Verein

Im Nachhinein reduzierte das Desinteresse der Mitglieder und der Öffentlichkeit die Motivation des Vorstands: «Während der Pandemiejahre 2020 und 2021 fanden keine Aktivitäten und Versammlungen statt», so Präsident Anliker. Und die einzige Reaktion: «Eine Person fragte nach dem Einzahlungsschein für den Jahresbeitrag.» Ein Beitrag wurde in jenen Jahren gar nicht erhoben.

Um den Verein, der sich mit aussergewöhnlichen Aktionen (etwa der Suche und Implementierung von neuen Souvenirs für die Stadt im Jahr 2018) ausgezeichnet hatte, nach der Zwangspause wieder in Schwung zu bringen, bräuchte es viel Energie. «Und die haben wir nicht», so Anliker.

Suche nach dem Zweck

Parallel zum Ausschauhalten nach neuen Zugpferden erfolgte die Sinnsuche. Der Zweck des Vereins ist gemäss Internetauftritt wie folgt definiert: «Pro Lenzburg pflegt und fördert die Besonderheiten von Lenzburg als aargauische Kleinstadt und als wohnliches und gastliches Zentrum mit attraktiven Erholungsmöglichkeiten, interessanten Freizeitangeboten, traditionellen wie auch neuen Anlässen für seine Einwohner wie auch für seine Besucher.»

Diese locker-schwammig gehaltene Definition ist in den letzten Jahren ins Wanken gekommen. Oft überschneidet sich das Angebot von Pro Lenzburg mit jenem von andern Organisationen oder gar der Stadt. Reicht das Sponsoring der 500 Rüben für den alljährlichen Räbeliechtliumzug als Daseinsberechtigung? «Was ist noch unsere Aufgabe?», stellt der amtsmüde Präsident die alles entscheidende Frage.

Eine klitzekleine Hoffnung

2012 starb wegen des erfolgreichen Starts des Tourismusbüros der Verkehrsverein. Das Tourismusbüro ist inzwischen Geschichte, doch die kommunale Standortförderung befindet sich in einem luftleeren Raum, in dem sich Pro Lenzburg nicht mehr orientieren kann.

An eine klitzekleine Hoffnung kann man sich klammern. Wenn sich an der GV frische Leute für den Vorstand und insbesondere als Präsident melden, könnte es weitergehen. «Ich wäre bereit, eine geregelte Übergabe sicherzustellen», sagt Philipp Anliker. Dann müsste auch nicht entschieden werden, auf welche Art das Vereinsvermögen von rund 20000 Franken liquidiert werden soll.

Unglücklich ist höchstens, dass am gleichen Abend nicht nur die Pro-Lenzburg-GV, sondern auch eine Sitzung des Einwohnerrats stattfindet.

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