Über hundert Eschen müssen fallen

115 kranke Eschen am Lenzburger- und Othmarsinger-Berg sind derzeit markiert für den Schlag. Die Bäume fallen zur Sicherheit der Waldbesucher.

Der umgefallene Baum war von der Eschenwelke befallen: Marcel Zurbuchen, Revierleiter Lenzia, zeigt die Auswirkungen der Krankheit an einem Beispiel im Lenzburger Wald. Foto: zvg
Der umgefallene Baum war von der Eschenwelke befallen: Marcel Zurbuchen, Revierleiter Lenzia, zeigt die Auswirkungen der Krankheit an einem Beispiel im Lenzburger Wald. Foto: zvg

Derzeit trifft man im Forstrevier Lenzia auf Bäume, die mitsamt den Wurzeln umgefallen sind – das sind Eschen und Opfer des Eschensterbens; eine Krankheit, die die Forstdienste Lenzia seit 2015 gezielt beobachten. Denn man weiss noch wenig über den Ablauf des Eschensterben.

Erst 2008 trat die Eschenwelke erstmals in der Schweiz auf, nachdem sie Anfang der 90er-Jahre in Polen entdeckt wurde. Der Erreger der Eschenwelke ist ein Pilz aus der Gruppe der Schlauchpilze, er verbreitet sich mithilfe von Pilzsporen, die sich mit dem Wind über grosse Distanzen rasant verbreiten. Ein Aufhalten der Krankheit gibt es nicht. Im Anfangsstadium erkranken die Blätter der Bäume. Der Erreger dringt via Blattstiel in die Zweige und später in den Stamm über. Im letzten Stadium verliert die Esche die Verankerung im Boden und fällt um.

«Bis jetzt haben wir vor allem beobachtet und dokumentiert», sagt Frank Hämmerli, Leiter Forstdienste Lenzia. Jetzt dränge sich die Nutzung auf. Gezielt werden in den kommenden Wochen vor Wintereinbruch 115 Eschen gefällt, das sind rund 350m Eschenholz.

Nicht das Ende vom Eschenwald

Geholzt wird vor allem entlang von Gehwegen, beispielsweise dem Aabach entlang in Richtung Seon, für die Sicherheit der Waldbesucher. Neben Sicherheitsaspekten ist auch der Wertverlust ausschlaggebend für die Eschenfäll-Aktion. Denn ein fortgeschrittener Pilzbefall führt zu einer starken Holzentwertung. «Es schmerzt, solche Bäume im besten Alter nutzen zu müssen», sagt Hämmerli. Auch wegen dem nahenden Winter müssen die Forstdienste handeln. Denn mit dem Schnee sind die kranken Bäume noch einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt.

Gefällt werden nicht alle erkrankten Bäume, denn es gebe auch solche, die sich nach einem Befall wieder erholen, sagt Hämmerli. Der mit Bildmaterial dokumentierte Verlauf der Erkrankung hilft den Mitarbeitern der Forstdienste, einzuschätzen, wo Handeln angesagt ist und wo man noch zuwarten kann.

Obwohl der Befall zugenommen hat, könne nicht von einem Aussterben der Esche gesprochen werden, beschwichtigt Hämmerli. «Der Bestand an Eschen ist nach wie vor ansehnlich.» Hoffnung machen ihm auch die Überlebenden des Eschensterbens. «Es gibt Bäume, die die Krankheit überstanden haben. Das sind unsere Leuchttürme für den künftigen Eschenwald.»

Weitere Artikel zu «Stadt Lenzburg», die sie interessieren könnten

OK-Präsident René JeanRichard erinnert sich an das Stadtfest 2006.Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.08.2026

Gemeinsame Erinnerungen: 700 + 20 Jahre Stadtfest «lenzburg findet stadt!»

Feier 2006 Jahren feierte Lenzburg 700 Jahre Stadtrecht. Letzte Woche fanden sich ehemalige OK-Mitglieder zu einem ungezwungenen Apéro zusammen.
Monika Altorfer mit Stefanie Jud beim Eröffnungsapéro.Foto: Debora Hugentobler
Stadt Lenzburg26.08.2026

Junge Talente begeistern zum Festivalstart

Unerhört Am 21. August starteten die Musikalischen Begegnungen Lenzburg unter dem Motto «UNERHÖRT». Das Jugend-Sinfonieorchester Aargau nahm das Publikum mit…
Die Gewinnerflasche. Foto: zvg
Stadt Lenzburg26.08.2026

Erfolgreiche Dernière: Der beste Ortsbürgerwein des Kantons stammt aus Lenzburg

Wein An der 8. Aargauer Ortsbürgerwein-Prämierung setzte sich der «Lenzburger Schlossberg Blanc de Noir 2025» der Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung Lenzburg…