Trommel- und Pfeifenklänge begeisterten
Es stimmte alles am 34. Zentralschweizerischen Jungtambouren- und Jungpfeiferfest in Lenzburg. Die jungen Wettkämpferinnen und Wettkämpfer gaben während zweier Tage alles. Der Umzug am Sonntag begeisterte die vielen Zuschauer. Und das Wetter passte perfekt zu Lenzburg – einfach super.
Schon früh am Samstagmorgen klangen Trommel- und Pfeiferklänge über die noch leicht vernebelte Schützenmatte. Mädchen und Buben verteilten sich bis zum Waldrand hinauf und spielten sich warm.
In der Mehrzweckhalle, aber auch auf den andern Wettkampfplätzen, von der Berufsschule zum alten Gemeindesaal und bis ins Lenzhardschulhaus, wetteiferten Trommlerinnen, Trommler und Pfeiferinnen und Pfeifer um die begehrten Kränze und Sachpreise wie Trommeln, Piccolos oder Schlegel. Weitere Sachpreise waren Fahrsicherheitstrainings, Stimmgeräte oder Geldgutscheine.
Tolle Stimmung am Abend
Erster Höhepunkt am Samstagabend war der Finalwettkampf in der höchsten Trommlerkategorie. Die zehn besten Trommler der Kategorie T1 begeisterten die Zuschauer mit hochstehenden Vorträgen. Die Jury hatte einen schweren Job zu erfüllen. Die Bekanntgabe des Siegers wurde aber auf das offizielle Rangverlesen am Sonntag vertagt.
Dann ging es Schlag auf Schlag. Das Trommlerkorps aus St. Veit/Glan in Kärnten eröffnete das Programm. Traditionell überlieferte österreichische Trommlerkunst in Verbindung mit Elementen moderner Drumline-Rhythmen wurde optisch wie akustisch perfekt inszeniert. Dazu gehört auch das optische Erscheinungsbild in Uniformen der k.u.k. Trabantenleibgarde, der früheren Hofburgwache Wiens.
Der Tambourenverein Erlinsbach hat seinen eigenen Showstil entwickelt. In perfekter Kleidung wurden nebst der Trommel auch andere Rhythmusinstrumente wie Fässer, Waschbretter oder Waschbecken als Klangkörper eingesetzt.
Wie ihre Vorbilder in New York oder Chicago spielen die Drums2Streets aus Kreuzlingen mit allem, was nach Abfall aussieht. Ob alte Pfannen, Regentonnen oder Umhängetrommeln – eine abwechslungsreiche Mischung aus pulsierenden Rhythmen und gekonnter Schlegelakrobatik begeisterte das Publikum in der voll besetzten Mehrzweckhalle.
Umzug durch die Altstadt
Dicht gedrängt standen die Zuschauer in der Rathausgasse. Die 36 Vereine aus acht Kantonen, dazu alle Lenzburger Musikvereine – Jugendspiel, Stadtmusik, Brass Band Imperial und Tambourenverein – sorgten für die unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen. Und auch das Kärntner Trommlerkorps oder das Argovia Rebels Fife and Drum Corps passten hervorragend zum Gesamtbild des fantastischen Umzuges.
Von Müdigkeit der jungen Trommler und Pfeifer war jedenfalls nichts zu spüren. Nach den Einzelwettkämpfen vom Samstag standen am Sonntagmorgen ja noch die Sektionswettkämpfe auf dem Programm. Es hiess früh aufstehen, denn schon ab halb neun bis gegen Mittag wurde wiederum hart gefightet um die bestmögliche Rangierung.
Nationalrat Thierry Burkart brachte es in seiner Festansprache auf den Punkt: «Es kann nicht jeder gewinnen, und vielleicht entsprach das persönliche Resultat bei einigen nicht ganz den Erwartungen, darum mein Rat an alle: üben, üben und nochmals üben.»
Das Rangverlesen war ein Spiegelbild des ganzen Festwochenendes. Die hervorragende Stimmung reichte bis zum Schluss. Auch OK-Präsident Martin Steinmann wiederholte sich beim Schlusswort: «Es passte einfach alles zusammen.»











