Traditioneller Leset am Schlossberg beschliesst durchzogenes Rebjahr
Weinbau Rund 30 wetterfeste Lesethelfer haben Herbstwind und Regenschauern getrotzt und im Rebberg der Ortsbürger Rebbauern 2,2 Tonnen Blauburgundertrauben eingebracht.

Dass kein Rebjahr wie das andere ist und die Natur die Taktgeberin bleibt, hat sich 2019 wieder einmal deutlich gezeigt. Auf die Frostnächte Anfang Mai folgte ein ungewöhnlich heisser Juni, der die Reben kräftig wachsen liess und die Frostschäden weitgehend ausmerzte.
Der kräftige Wuchs in den Sommermonaten kostete die Reben allerdings einiges an Kraft. Zwar blieben sie von Hagelzügen verschont. Auch liessen sich die typischen Krankheiten wie Mehltau weitgehend in Schach halten. Wespenfrass und Kirschessigfliege bereiteten den Rebbauern dieses Jahr ebenfalls weniger Sorgen.
Herbstsonne fehlte
Im Gegensatz zum Vorjahr machte sich aber ausgerechnet in der Schlussetappe die Sonne rar. Dabei wären die goldenen Herbstsonnenstunden für die Entwicklung des Traubengewichts und des Zuckergehalts besonders wichtig.
Als Spielverderber erwiesen sich in diesem Stadium zudem der Regen und grosse Temperaturschwankungen, die nicht nur das Wachstum der Trauben hemmten, sondern sie zusätzlich der Fäulnis aussetzten.
Da sich die Wetterprognosen zusehends verschlechterten, wurde der Lesettermin kurzerhand um eine Woche vorgezogen, um die gute Traubenqualität nicht zu gefährden. Mit 90 Öchsle liegt der Wert des Jahrgangs 2019 im langjährigen Mittel, wenngleich die Erntemenge unterdurchschnittlich ausfiel.
Mehr Blanc de noir
Bei der obligaten Suppe mit Spatz, die dieses Mal in «Sue’s Kitchen» serviert wurde, konnte sich die unentwegte Schar freiwilliger Helfer aufwärmen und auf den gelungenen Leset mit dem Pinot noir Auslese 2018 anstossen.
Ob der Sonne im Glas war der flüssige Sonnenschein am Lesettag bald vergessen und die Vorfreude auf einen spritzigen Jahrgang 2019 stieg – umso mehr, als aufgrund der grossen Nachfrage diesmal ein grösserer Anteil an Blanc de noir gekeltert wird. (cba)



