Tieferer Hiebsatz und Freizeitnutzung
Forstdienste Lenzia Der neue Betriebsplan gibt die Forstnutzung der nächsten 15 Jahre vor: Es wird weniger Holz geschlagen und dafür die Freizeitnutzung erfasst.

Der jeweils auf 15 Jahre ausgelegte Betriebsplan hat für einen Forstbetrieb eine grosse Bedeutung. Dies ist auch für die Forstdienste Lenzia, an der die Gemeinden Lenzburg, Ammerswil, Niederlenz, Othmarsingen und Staufen beteiligt sind, nicht anders. Deshalb trafen sich die Gemeindeammänner und -schreiber zur feierlichen Unterzeichnung im Cholerahaus in Lenzburg.
«Nun habe ich ein Buch, an das ich mich halten kann», freute sich Matthias Ott, der neue «Lenzia»-Leiter. Das 70-seitige Planwerk umfasst eine Analyse des aktuellen Bestandes, die waldbauliche Planung mit Zielen und Massnahmen bis ins Jahr 2033. Oberförster Ott, der bei der Unterzeichnung festhielt, dass sein Berufsstand als erster überhaupt den Begriff Nachhaltigkeit verwendet und verinnerlicht hat, betonte, dass hier «kein kurzfristiges Renditedenken» im Vordergrund steht.
Ausgearbeitet wurde der «Lenzia»-Betriebsplan 2019–2033 von Otts Vorgänger Frank Haemmerli zusammen mit den Fachleuten Tamara Link und Philipp Egloff. «Gegenüber dem bisherigen Plan gab es keine massive Veränderung», so Haemmerli. Hochgehalten wird weiterhin das Dauerwaldprinzip. Der Hiebsatz, die Obergrenze für nachhaltige Holznutzung, wurde um einen Viertel von 12000 auf 9000 Erntefestmeter reduziert. Hinzu kommt eine Zwangsnutzungsreserve von rund 10 Prozent für Vorkommnisse wie Stürme oder Schädlingsbefall.
Neu im Betriebsplan festgehalten ist auch die Freizeitnutzung der gut zehn Quadratkilometer grossen «Lenzia»-Waldungen. Pro Jahr zählt man rund 750000 Besucher im Wald; durchschnittlich fast 2000 pro Tag.



